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Montag, 11. September 2017, 22:12

Michael Isaurikos (+ Familiengeschichte)

Geschichte des Hauses Isaurikos

Die Familienlegenden des Hauses Isaurikos berichten davon, dass die Familie ursprünglich auf den Römer Publius Servilius Isauricus, Sohn des Publius Servilius Vatia Isauricus, zurückgeht.

Verheiratet war Publius Servilius Isauricus mit Iunia, Tochter des Senators Decimus Iunius Silanus. Servilius Isauricus war lange Zeit im Lager der Feinde Iulius Caesars, ehe er zu diesem überwechselte und ihm fortan treue Dienste leistete. So wurde Publius Servilius Isauricus im Jahre 48 v. Chr. Mitkonsul Caesars und gleichzeitig dessen Stellvertreter in Rom. In den nächsten Jahren war er Prokonsul in der Provinz Asia. Während dieser Statthalterschaft hatte es der Servilier zu ansehnlichem Landbesitz in jener Provinz gebracht und auf diesem neuen Stück land ließ er eine prächtige Villa als sein Alterssitz errichten. Denn Asia gefiel ihm und er wollte eigentlich bleiben, doch die Wirren, die auf Caesars Ermordung folgten, riefen den großen Gründungsvater der byzantinischen Isauriker zurück nach Rom. Während seines Konsulats war Iunia schwanger geworden. Als Servilius Isauricus nach seiner Statthalterschaft nach Rom zurückkehrte, war sein Sohn, Publius Servilius Isauricus Minor, bereits vier Jahre alt. Servilius Isauricus stellte sich an die Seite von Caesars Erben, Gaius Iulius Divi filius Caesar Octavianus (später genannt Augustus). Er hatte die richtige Seite gewählt, denn Oktavian machte ihn zusammen mit Lucius Antonius erneut zum Konsul über Rom. Nach diesem zweiten Konsulat war es endlich an der Zeit der Ewigen Stadt Lebewohl zu sagen. Servilius Isauricus zog mit seiner Familie in den Osten, um auf seinem Alterssitz in Asia seine letzten Tage zu verbringen. Sein Sohn, Servilius Isauricus Minor, engagierte sich in seinen Erwachsenenjahren für Imperator Augustus und wurde von ihm in den ordo equester, dem Ritterstand erhoben. So wirkte Servilius Isauricus Minor in weiterer Folge an der Verwaltung Asias mit. Auch seine Nachfahren waren fortwährend in Spitzenpositionen der Verwaltung der Provinzen Asia, Hellas und Macedonia zu finden. Ganz besonders zu erwähnen ist Sextus Servilius Isauricus als Finanzprokurator von Griechenland während der Herrschaft Kaiser Neros, oder Gaius Servilius Isauricus als Militärtribun der Legio I Minvervia pia fidelis während der Dakerkriege Kaiser Trajans.

Die Nachfahren Publius Servilius Isauricus' blieben jedenfalls immer im Osten, seit der alte Mann seinen Alterswohnsitz von Rom dahin verlegt hatte, doch begann der Stern der Familie unter Oberhaupt Flavius Servilius Isauricus, in der Regierungszeit Kaiser Konstantins, stetig zu sinken. In den weiteren Jahrhunderten degenerierte die Familie immer mehr. Während dieser Zeit ging auch irgendwann ihr Gentilname, Servilius, verloren und nach einer uneinheitlichen Phase des namentlichen Übergangs (mal verwendete ein Familienmitglied den Gentilnamen, mal nicht), nannte sich die (inzwischen vollkommen gräzisierte) Familie spätestens mit Fabianos Isaurikos um 500 n. Chr. herum nur noch Isaurikos. Durch unfähige oder wahnsinnige Familienoberhäupter (Inzest und Unfruchtbarkeit sollen nach Flavius Servilius Isauricus auch vermehrt aufgetreten sein) schrumpfte der Landbesitz der Familie rund um die Ägeis schnell auf bescheidene Landstriche rund um Thessalonike zusammen, dass sich inzwischen zum Hauptsitz des Hauses Isaurikos herausgebildet hatte. Gewöhnliche Berufe von Familienmitgliedern waren entweder Posten in der kaiserlichen Verwaltung, oder einfache Offizierskarrieren.

Das Haus Isaurikos war somit ein ganz gewöhnliches, kleines Ding von Familie geworden, so wie es sie zu hunderten unter den wohlbegüterten Grundbesitzern rund um Thessalonike gab. Auch eine Burg hatte sich kurz einmal in Griechenland im Besitz der Familie befunden, doch musste sie das vorletzte Oberhaupt, Thaddaios Isaurikos (Michael Isaurikos' Großvater) verkaufen. Sein Sohn, Sebastianos Isaurikos, schaffte es schließlich alle Länderein, die der Familie noch geblieben waren, zu verlieren. Das einzig wertvolle, was er seinem Hause vor seinem Tod erhalten konnte, war sein Sohn, Michael Isaurikos. Letztes lebendes Mitglied des Hauses Isaurikos und letzte Hoffnung der Familie.

Michael Isaurikos I: Jugendjahre

Michael Isaurikos wurde als erstgeborener Sohn des Sebastianos Isaurikos, Kavallarios in der kaiserlichen Armee und der Irene am 5. Februar 908 n. Chr. am kleinen, letztverbliebenen Landsitz der Familie bei Thessalonike geboren. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder hieß Sebastianos Isaurikos der Ander. Durch seinen Vater hatte der junge Michael schon sehr früh engen Kontakt mit der Armee. Der Traum des kleinen Michael war es, Kavallarios zu werden, wie sein Vater. Damals war er für den kleinen Jungen noch ein strahlender Held, ein Ritter, der Kaiser und Heimat um jeden Preis verteidigte! Doch je älter er wurde, desto mehr und mehr musste der Junge einsehen, dass sein Vater keineswegs so strahlend war. Ständig betrunken und immer aufs Würfelspiel aus war er. Seine häufigen Zornesausbrüche durfte dann seine Frau einstecken. Der Gipfel dieses Trauerspiels war es dann endlich, als Sebastianos Isaurikos aufgrund einer Lebervergiftung anno domini 928 plötzlich verstarb, nachdem er seine Frau ins Grab gebracht, das letzte bisschen Grundbesitz und das gesamte restliche Familienvermögen verprasst hatte. So standen die beiden Brüder als Vollwaisen und mit nichts da.

Um sich selbst und seinen Bruder ernähren zu können, trat Michael in die kaiserliche Armee als Kavallarios ein. Sein Bruder folgte ihm ein Jahr später. Michael Isaurikos unterschied sich als Soldat grundlegend von seinem Vater. Glücksspiel verabscheute er genauso wie den Wein. Hatte er ja anhand seiner eigenen Familie gesehen, wohin beides zusammen führen konnte. Im Gegenteil. Seinen Zorn auf seinen Vater fokussierte der Jugendliche auf sein Training, was ihm schon bald Glanzleistungen auf vielen Gebieten des Kriegshandwerks beibrachte. Michael war ein heller und kontaktfreudiger Kopf. So lernte er allein nur durch Kontakt zu seinen Soldatenkameraden perfekt Bulgarisch und Armenisch. Ein arabischer Verräter brachte ihm auch Arabisch bei. In späteren Jahren sollten auch noch Georgisch und etwas Italienisch hinzukommen, doch lernte Michael zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr so gut wie in seinen Jugendjahren. Drei Jahre später wurde Michael mit 23 Jahren zum Tetrarchos befördert. Mit dem damit verbundenen Befehl über vier Mann, war das sein erstes Offizierskommando.

Michael Isaurikos II: Ruhm und Ehre

In den darauffolgenden Jahren wurde Michael noch zwei Mal befördert (Pentarchos 933 und Dekarchos 938), ehe endlich jene Beförderung kam auf die er so lange gewartet hatte. Am 31. Juli anno 942 wurde Michael Isaurikos zum Kentarchos befördert! In der antiken römischen Armee wäre er jetzt im Range eines Zenturios gestanden. Eine Zenturie von hundert Mann unterstand nun seinem Befehl. Viele Leute umgaben ihn jetzt, die seine Fähigkeiten bewunderten, ihn als Offizier ausnutzen, oder ihre Unterstützung für dies und das erbitten wollten. Doch eine Unterstützung, die Michael besonders wichtig gewesen wäre, fehlte. Sein Bruder, Sebastianos Isaurikos der Ander, war zwei Jahre vor Michaels großer Beförderung an der Pest gestorben. Als Kentarchos leistete Michael wie immer hervorragende Arbeit. Er drillte seine Rekruten bis an ihre Grenzen, schulte sich selbst laufend in Führung und Kriegstaktik und versuchte alles in allem ein so guter Offizier wie nur möglich zu sein und für die einfachen Soldaten seiner Kompanie stets ein offenes Ohr zu haben. Als Kentarchos nahm Michael Isaurikos auch an der Rückeroberung Italiens im Jahre 946 teil. Hier halfen ihm seine paar Brocken Italienisch ungemein. Überhaupt war Michael ein sehr beliebter Offizier, weil er sich mit vielen verschiedenen Soldaten problemlos in deren Muttersprachen unterhalten konnte, bestand die Armee ja nicht nur aus Griechen, sondern auch aus Bulgaren, Armeniern oder anderen Volksgruppen.

Auch in den darrauffolgenden Schlachten und Kriegen war Michael Isaurikos dabei. In Sizilien, in Libyssa und in der Schlacht bei Philippopolis. Auch wenn die kaiserlichen Truppen dabei eine Niederlage erlitten und Michaels Männer fast vollständig aufgerieben wurden, hatte dieser Tag deshalb ein positives Ende für Michael, da er im Zuge seiner Taten zum Komes befördert wurde. Als Komes unterstand ihm jetzt ein Bandum von ganzen 200 Mann, oder zwei Zenturien zu je 100 Mann. Michael Isaurikos hatte damit einen wirklich wichtigen Posten inne, weshalb er auch seine ganze Energie darauf konzentrierte, diesem hohen neuen Rang gerecht zu werden. Michael Isaurikos dachte, dass er jetzt alles erreicht hätte, was er zu Lebzeiten jemals erreichen würde, doch das Schicksal meinte es noch besser für ihn.

Anno 950 fand im Juli die große Entscheidungsschlacht bei Konstantinopel statt. Bardas Phokas und die Waräger stritten mit ihrem gemeinesamen Heer gegen den byzantinischen Usurpator Romanos I. und dessen Truppen. Der wahre byzantinische Autkrator, Romanos II., hätte in dieser Schlacht den Tod gefunden, wäre ihm Michael Isaurikos nicht im letzten Moment beigesprungen und hätte dieses entgültige Schicksal abgewendet. Zum Dank für seine mutige Tat erhob ihn Romanos II. nach der Schlacht in den Adelsstand und machte ihn zum Akrita (Baron). Auch sollte Michael auf Wunsch des Kaisers als Protomanglabites von nun an die kaiserliche Leibgarde kommandieren und Ritter des Purpurordens sein (zufällig war genau in jener Schlacht ein solcher Ritter gestorben, weshalb Michael dessen Platz hatte einnehmen können). Die Garde, der Michael Isaurikos jetzt als Protomanglabites vorstand, war eine Elitetruppe bestehend aus neun Kohorten zu je 500 Mann und nannte sich die Manglabitai.

Michael Isaurikos III: Gegenwart

Wir schreiben den September anno 950. Friede ist im Reich eingekehrt, die großen Schlachten sind vorerst geschlagen. Zeit für Michael, mit all seinen neuen Würden, in ein normales Leben zurückzufinden. Er hat mit seinen Taten Dinge erreicht, wie schon lange schon kein anderes Familienmitglied vor ihm und das über Jahrhunderte gesehen. Michael muss jetzt zusehen, dass das Haus Isaurikos wieder aufgerichtet und ein neuerlicher Machtfaktor im Gefüge der byzantinischen Familien wird. Er hat Titel, er hat Reichtum und er besitzt Macht. Jetzt muss er diese Dinge nur noch nutzen, um an sein großes Ziel zu gelangen.

Militärischer Werdegang von Michael Isaurikos im Überblick:

Kavallarios 928-931
Tetrarchos 931-933
Pentarchos 933-938
Dekarchos 938-942
Kentarchos 942-947
Komes (mil.) seit 947
Adel (Akrita/Baron) seit 950
Purpurorden seit 950
Protomanglabites seit 950

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