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[Ostfränkisches Reich] Königspfalz Augsburg

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Freitag, 30. März 2018, 13:48

Königspfalz Augsburg

In Eilmärschen waren die ostfränkischen Verbände nach dem blitzartigen Vorstoß auf Pavia über den Brennerpass zurück ins Ostfrankenreich geeilt. Otto I. war nun nicht nur König der Ostfranken, sondern auch der Langobarden, hatte er sich in Pavia doch vom dortigen Bischof mit der Langobardenkrone krönen lassen, die sich nun in seinem Besitz befand. Damit verband der Ottone einen legitimen Anspruch auf das Königreich Italien. Einer direkten Auseinandersetzung mit den herannahenden byzantinischen Truppen war Otto aus dem Wege gegangen, durchaus zum Ärger einiger ostfränkischer Großer.

In Augsburg, das nicht nur Bischofsstadt war, sondern auch eine Königspfalz beherbergte, zog der König mit seinem Heerbann sodann ein. Das ostfränkische Königtum war ein typisches Reisekönigtum. Die Herrscher zogen von Pfalz zu Pfalz und hatten keinen festen Herrschaftsmittelpunkt. Sie mussten vielmehr ständig Präsenz zeigen, um ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten. Augsburg lag im Herzogtum Schwaben, welches Otto an seinen Sohn Liudolf vergeben hatte.

Die ostfränkisch-byzantinischen Beziehungen jedenfalls waren stark angespannt, auch wenn die Byzantiner mittlerweile ihre Besitzungen in Italien wieder unter ihre Kontrolle gebracht und die Alpengrenze gesichert hatten. Ein Eilbote kündigte eine Gesandtschaft aus Konstantinopel an, so dass sich die ostfränkischen Großen nach Augsburg begaben, um diesem wichtigen Ereignis beizuwohnen. Womöglich gab es ja doch noch einen diplomatischen Ausweg und konnte der Frieden noch einmal gerettet werden.

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Sonntag, 1. April 2018, 12:52

Wie viele andere Adelige des östlichen Frankenreiches hatte sich auch Wittekind, der Herr von Scheyern in Bayern, zu Augsburg eingefunden. Er hatte bereits den Zug gen oberes Italien mitgemacht und war ein Gefolgsmannn des bayerischen Herzogs Heinrich, eines Bruders von König Otto. Es hieß, die Oströmer oder Griechen, wie man sie hier oft nannte, schickten eine Gesandtschaft. Gespannt harrte der Scheyerner der Dinge.

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Donnerstag, 5. April 2018, 22:55



Anfang April erreichte ein Eilbote die Stadt Augsburg, in der sich momentan der Ostfrankenkönig Otto I. und dessen Sohn Liudolf aufhielten. Der Bote berichtete, dass er aus Burgund käme und Neuigkeiten bezüglich Pavia hatte, die Stadt, die Otto kürzlich besetzt hatte. Er bestand darauf, seine Nachricht nur mündlich und nur Liudolf persönlich zu übergeben. Zu diesem Zweck hatte der Bote sogar zwei volle Tage abgewartet, bis Otto die Stadt verlassen hatte, um auf die Jagd zu gehen.
Der Bote wurde gründlichst auf Waffen durchsucht, dann wurde er zum Herzog vorgelassen. Die Nachricht hatte er auswendig gelernt, da man keinen schriftlichen Beweis hinterlassen wollte.



"An Herzog Liudolf von Schwaben;

Exzellenz,
das Rhomäische Reich zeigt sich bestürzt ob des Affronts, den Euer Herr Vater, Otto I., vor kurzem in Norditalien begangen hatte. Wir wissen, dass diese Freveltat nicht von Euch begangen wurde und ihr selbst zum Opfer der Ehrlosigkeit Eures Vaters wurdet, als er bestimmte, die Entscheidung über seine Thronfolge völlig offen zu lassen.
Seine kaiserliche Majestät Romanos II. hat in seiner unendlichen Güte beschlossen, Euch für alle vergangenen Taten Immunität zu gewähren und bietet Euch hiermit ein Bündnis an. Die Regierung Seiner Majestät ist gewillt, Euch als einzig rechtmäßigen König der Ostfranken anzuerkennen und sichert Euch hiermit jegliche Unterstützung zu, wenn Ihr gegen Otto aufbegehrt und die Euch zustehende Krone einfordert. Lasst nicht länger zu, dass Euer Vater den Ruf und die Zukunft des Reiches gefährdet, indem er einen Krieg riskiert, den er nicht gewinnen kann. Natürlich schwört Ihr Seiner Kaiserlichen Majestät Eure absolute Treue, im Gegenzug werden Euch die Euch rechtmäßig zustehenden Ländereien zugestanden, sollte es zu einer militärischen Auseinandersetzung kommen."

Damit endete der Bote und wartete eine Reaktion ab. Es war völlig offen, ob Liudolf auf das Angebot anspringen würde oder nicht, möglicherweise würde er total entrüstet reagieren und zu seinem Vater halten. Man versuchte, an seine eigene Gier nach Macht zu appellieren. In seinem Ärmel hatte der Bote eine kleine Klinge versteckt, mit der er notfalls verhindern konnte, dass man mittels Folter irgendwelche Informationen aus ihm heraus bekommen könnte - er würde sich im Falle eines Falles eben selbst für immer zum Schweigen bringen.

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Freitag, 6. April 2018, 16:03


Liudolf von Ostfranken, Herzog von Schwaben

Es war für den oströmischen Gesandten alles andere als einfach gewesen, überhaupt eine ungestörte Unterredung mit Liudolf von Schwaben führen zu können. Das scheinbare Entgegenkommen gegenüber König Otto sollte diesen in Sicherheit wiegen. Der Köder schien angekommen zu sein, hatte sich darum die Kunde verbreitet, Byzanz sei unter gewissen Konditionen bereit, ganz Oberitalien den Ostfranken zu überlassen. Der ostfränkische Thronfolger, der mit seinem Vater ohnehin ein schwieriges Verhältnis hatte, ließ sich nicht zweimal bitten, als der rhomäische Gesandte bei ihm vorstellig werden wollte. Derselbe musste sich des Lateinischen bedienen, damit sein Gegenüber ihn überhaupt verstehen konnte, schließlich besaßen nur wenige Gelehrte im Westen überhaupt noch Griechischkenntnisse.

Liudolf wunderte sich zunächst ob des monotonen Tonfalls, als der Byzantiner seine Nachricht vortrug. Es war ungewöhnlich, dass sie einfach mündlich und ohne schriftlichen Beleg passierte. Zuerst glaubte sich Liudolf verhört zu haben. Seine Lateinkenntnisse waren nicht die besten. Er hakte daher hie und da nach und ließ sich das Gesagte nochmals bestätigen. Lange Stille danach. Bald schien es so, als würde der kaiserliche Bote gleich ein ernsthaftes Problem bekommen.

"Ich weiß nicht, wie man in Konstantinopel dazu sagt, aber in Ostfranken nennt sich dies Aufruf zur Rebellion", begann der schwäbische Herzog und fixierte den Rhomäer mit seinen durchdringenden blauen Augen. "Rebellion richtet sich gegen die Weltordnung. Es gibt nur einen einzigen Grund, wieso man sie befürworten könnte." Er hielt kurz inne und schritt ein wenig auf den Byzantiner zu. "Wenn sie erfolgreich ist." Wieder eine Kunstpause. "Gibt es Grund zur Annahme, dass dem in diesem Falle so ist?", hakte er dann nach und stand in seiner ganzen urtümlichen Männlichkeit im Kettenhemd vor dem Boten des Kaisers. Er grinste auf einmal. "Der Kaiser hat ja leicht reden. Er ist weit. Wie will er dies denn konkret unterstützen? Ihr Griechen glaubt scheinbar, jedes Problem ließe sich mit barer Münze lösen, doch wir Franken sind ein anderer Menschenschlag. Geld ist nicht alles." Liudolf ging davon aus, dass der Kaiser vorhatte, die Großen im Ostfrankenreich schlichtweg zu bestechen, um sie für Liudolf zu mobilisieren, der ihm umgänglicher vorkam als sein Vater Otto. Doch widersprach dies der altgermanischen Ehre, die noch immer nachwirkte. "Wieso also sollte ich alles riskieren, gar meinen Kopf, um einen am Ende aussichtslosen Aufstand zu proben?" Es wirkte nicht so, als sei Liudolf grundsätzlich abgeneigt, doch war ihm die Aussage des Byzantiners bislang zu schwammig und vage. Er wollte konkrete Ansagen hören.

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Samstag, 7. April 2018, 23:03






Der Bote hatte vor seinem Aufbruch in das ostfränkische Königreich strikte Instruktionen bekommen, welche Details und Informationen er an welchem Punkt zu berichten befugt war. Obwohl es seitens des Kanzlers keine Zweifel an der Professionalität, Integrität oder Loyalität des Mannes gab, hatte man ihm dennoch nur so viel verraten, wie man zu Liudolf durchdringen lassen wollte. Selbst wenn man ihn also foltern würde und die Klinge aus welchen Gründen auch immer nicht zum Einsatz kommen oder ihre Wirkung verfehlen würde, konnte Otto I. nicht zu viel verraten werden.
Augenscheinlich zeigte Liudolf sich nach dem Angebot, das der Bote vorgetragen hatte, skeptisch, klang jedoch nicht völlig abgeneigt. So setzte der Bursche nun zu einem zweiten, auswendig gelernten Text an:


"Derzeit befinden sich 10.000 byzantinische Soldaten in Pavia, um die Provinzhauptstadt und die umliegenden Ländereien von König Otto dem Schändlichen zu befreien. Diese werden Euch unter schwäbischer Flagge zur Verfügung stehen und für Euch kämpfen, als seien es Eure eigenen. Mehr können nachfolgen, schließlich liegt Italien in der festen Hand des Rhomäischen Reiches, mein Herzog. Ihr müsstet lediglich garantieren, dass Ihr die Tore für die kaiserlichen Truppen unter allen Umständen geöffnet haltet. Wenn Ihr das großzügige Angebot Seiner Majestät annehmt, so wird Euch beizeiten eine amtliche Urkunde mit dem Siegel seiner Exzellenz dem Reichskanzler übergeben."


Dass jene Urkunde nicht die Unterschrift des Kaisers tragen würde, war die Entscheidung des Logothetes tou dromou gewesen. Würde Liudolf die Rhomäer verraten und sie und ihr Angebot an Otto verpetzen, so wäre die Person des Kaisers geschützt, da keine schriftlichen Beweise vorlägen - der Kanzler würde stattdessen die Verantwortung tragen müssen.

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Montag, 9. April 2018, 00:39


Liudolf von Ostfranken, Herzog von Schwaben

Tatsächlich mussten die Oströmer schon nachlegen, wollten sie eine waschechte Rebellion des ostfränkischen Thronfolgers auslösen. Natürlich ließ sich Liudolf nicht sofort überzeugen, er war ja nicht völlig blauäugig und naiv.

"10.000 Mann in Pavia?", hakte der Herzog interessiert nach. Er war einigermaßen überrascht, wenn auch nicht gänzlich überzeugt. "Zwischen ihnen und uns liegen die Alpen. Keine römische Armee hat diese seit Ewigkeiten überquert, seit einem halben Jahrtausend nicht!", fuhr er wahrheitsgetreu fort. "Was sollten sie mir also in Oberitalien nützen?" Der Ostfranke konnte sich nicht vorstellen, dass die Byzantiner wirklich eine Alpenüberquerung anvisierten.

Der schwäbische Herzog meinte am Gesichtsausdruck des Oströmers gleichwohl zu erkennen, dass der das Gesagte ernst meinte. Für ihn ungewohnt, war Liudolf nun regelrecht sprachlos, als sich das alles in seinem Kopf zu einigem sinnigen Ganzen zusammenfügte. Er trat nun direkt vor den Boten, überragte ihn in seiner Männlichkeit um mindestens einen Kopf und fixierte ihn scharf.

"Ich warne Euch ... Bote, wenn dies eine Finte ist, wird euch Griechen das teuer zu stehen kommen", zischte er ihn bedrohlich an und erweckte wohl durchaus Eindruck. "Indes ...", fuhr er deutlich ruhiger fort und senkte seinen Tonfall wieder, "sollte es wahr sein, dann sähe die Sache anders aus." Er blieb etwas vage und ging wieder ein Stück von dem Byzantiner weg. "Ist mir die Krone sicher, Rhomäer? Ich will eine Garantie. Hier und jetzt. Der Kaiser muss mir eine Krone aus Gold zusichern." Sich allmählich an die Vorstellung eines Königs Liudolf I. gewöhnend, grinste der Herzog. "Ihr seid in diesen Dingen doch so bewandert, Grieche. Lasst eine in Konstantinopel anfertigen. Ich will etwas Glanz ins Fränkische bringen."

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Dienstag, 10. April 2018, 15:52




Dass mir Widerstand gerechnet werden musste, hatte man dem Boten vor seiner Abreise zur Genüge eingebläut. Stundenlang hatte er mit dem Kanzler und anderen Diplomaten, Spionen, Mitglieder von Militär und anderen Beratern zusammen gesessen, die den Mann eingehend und mit Nachdruck vorbereitet hatten. Zenon Zarides, der Kanzler und damit Reichsaußenminister, war selbst zu wichtig, um eine so gefährliche Reise anzutreten, schließlich wusste man nicht, wie Otto oder Liduolf reagieren würden. Zum anderen gab es noch andere diplomatische Baustellen, um die man sich kümmern müsste, nämlich vor allem Burgund, Westfranken und auch Zypern.
Der Bote war daher mit umfänglichen Vollmachten ausgestattet worden, von denen er notfalls Gebrauch machen konnte. Einigen militärischen Vertretern mochte es ganz und gar nicht schmecken, dass ein im Grunde so unwichtiger Mann derlei Befugnisse hatte, doch hatten sie gegen das Wort des Logothetes tou dromou nicht viel auszurichten.

"Die 10.000 Mann werden sich, alsbald die Kunde über Eure Kooperation sie erreicht, sich in Gang setzen. Sendet einen Boten, wenn Ihr mir nicht glaubt und er wird das Heer direkt südlich der Alpen wiederfinden, bereit, sich unter Eurer Flagge an die Seite Eurer Männer zu stellen."
Man konnte nun meinen, der Bote bluffte, doch entsprachen seine Worte der Wahrheit. Dass es nicht die Ganze war, tat nichts zur Sache, schließlich waren sogar 20.000 Mann ausgezogen, um Pavia zurückzuerobern, doch wollte man nicht alle Truppen riskieren, falls es unvorhergesehene Komplikationen gab. Die restlichen 10.000 Soldaten kampierten etwas abseits, um im Falle eines Falles sofort eingreifen zu können.
"Sicher habt Ihr mitbekommen, dass unter Seiner Majestät Romanos II. Teile von Bulgarien als auch Kreta in den Besitz des Reiches zurückgekehrt ist. Der Kaiser ist gewillt, dem Reich zu alter Glorie zu verhelfen und wird sich von den Alpen nicht abschrecken lassen", betonte der Bote eindringlich. "Ägypten und die Fürsten aus dem hohen Norden hingegen haben sich mit dem Kaiserreich verbündet und erfreuen sich seither mehr Wohlstand und vor allem Sicherheit, denn nur ein Narr würde es wagen, eine militärische Auseinandersetzung mit dem größten Heer und der mächtigsten Marine der Welt anzuzetteln."

Die Worte des Boten mussten auch in Liudolfs Ohren logisch klingen. Der Autokrator hatte den Ruf, seine Pläne ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen. Eine Überquerung der Alpen schien somit unter Romanos II. tatsächlich möglich. "Verbündet Euch mit dem Kaiserreich und ich werde noch heute in Eurem Beisein ein Schreiben aufsetzen, dass die Krone in Auftrag geben wird. Wie Ihr sicher wisst, weilt der Papst derzeit in Konstantinopel. Ich bin mir sicher, dass er einen Freund des Kaiserreichs mit Freuden zum König der Ostfranken krönen würde."

Der Bote appellierte nun an die eigene Gier nach Macht, die in Liudolf schlummern musste. Noch heute Morgen musste sich der Herzog von Schwaben um seine Zukunft als Thronfolger sorgen, nun schien das wohl wertvollste militärische Bündnis, das man sich wünschen könnte und eine Krönung durch den Papst zum Greifen nahe. Beides würde dafür sorgen, dass kein Fürst die Legitimation Liudolfs als Ostfrankenkönig anzweifeln würde.

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Mittwoch, 11. April 2018, 16:13


Liudolf von Ostfranken, Herzog von Schwaben

Es war ja nicht so, dass Liudolf nicht selbst schon an Aufstand gedacht hatte. Sein Verhältnis zu seinem Vater hatte sich in der letzten Zeit immer mehr verschlechtert. Kürzlich hatte Otto in Pavia gar eine neue Ehe geschlossen: Adelheid von Burgund, die Witwe König Lothars II. von Italien, war nunmehr Königin der Ostfranken. Liudolf als einziger überlebender Sohn aus Ottos erster Ehe mit Edgitha von England musste seine Stellung als Thronfolger zumindest als gefährdet ansehen, würde Adelheid einen Knaben gebären.

"Nun schön. Wenn Ihr mir zusichert, dass ich selbst das letzte Wort über sämtliche Truppen haben werde, dann willige ich hiermit ein", erwiderte der Herzog knapp und auf den Punkt gebracht. Damit forderte er auch die oberste Befehlsgewalt über die rhomäischen Verbände. Der byzantinische Feldherr sollte sich also gegebenenfalls nach ihm richten.

"Den Papst dürft Ihr gerne in Konstantinopel behalten. Ich bin Anhänger des altgermanischen Heerkönigtums. Meine Ausrufung zum König wird nach alter Tradition auf dem Schild erfolgen. Dazu brauche ich keinen Pfaffensegen", konterte Liudolf, der von der ganzen Geistlichkeit offenkundig wenig hielt und sich als ostfränkischer König sicher nicht vom Bischof von Rom krönen lassen wollte. Dies wäre ja auch völlig untypisch gewesen, krönte der Papst lediglich die (west-)römischen Kaiser. Spielte der Grieche da gar auf einen Kaiser Liudolf im Westen an? Dies wäre zumindest seltsam gewesen, beanspruchte doch der Kaiser in Konstantinopel das Gesamtreich.

"Mein Vater ist mit Burgund nun eng verbunden, hat er doch Adelheid, die Schwester König Konrads, kürzlich geehelicht. Ihr solltet Eure Anstrengungen gar nicht erst mit den Burgundern verschwenden. Die stehen fest in seinem Lager." Damit brachte Liudolf einen Punkt ins Spiel, der in Konstantinopel bisher noch gar nicht bedacht worden war. "Sobald mein Königtum gesichert ist, wünsche ich, dass diese 10.000 Mann in Burgund einmarschieren und es mir untertan machen. Dafür verspreche ich dem Kaiser, dass ich nicht nach Italien greifen werde."

Damit stellte nun Liudolf selbst Forderungen. Es würde unter ihm keine neuen Angriffe auf Italien geben, doch wollte er Byzanz' Unterstützung bei seiner Durchsetzung als König von Ostfranken und auch Burgund.

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Montag, 16. April 2018, 11:42



Letzten Endes schien es tatsächlich so, als hätte Liudolf angebissen. Er wollte lediglich noch einmal sicher gehen, dass die Truppen tatsächlich seinem Befehl unterstünden.
"Jawohl, Herzog Liudolf, alle 10.000 Mann sollen Euch unter Eurer Flagge dienen, bis Ostfranken Euch gehört."

Dass indes viele Tausend Soldaten mehr in Konstantinopel nur darauf warteten, gen Westen aufzubrechen, konnte der schwäbische Herzog mitnichten ahnen; nicht einmal der Bote wurde genauer über die Umstände informiert.
Stattdessen begann Liduolf nun selbst, Forderungen zu stellen.

"Eine Entscheidung bezüglich Eurer Forderungen, was Burgund angeht, kann ich nicht treffen; das versteht Ihr sicher." Liudolf musste das bewusst sein, schließlich hatte er hier keinen hohen Diplomaten vor sich. Beinahe musste der junge Mann jedoch über das Angebot schmunzeln, der Herzog würde nicht "nach Italien greifen" und dabei gerade so tat, als habe er auch nur den Hauch einer Chance, wenn es darum ging, sich rhomäisches Gebiet anzueignen.

"Wenn es nichts Weiteres gibt, werde ich alsbald die versprochene Urkunde ausstellen und dann nach Konstaninopel zurückkehren, um meinem Herrn Bericht zu erstatten."



Man war sich im Grunde also einig, einzig über eine Kooperation bezüglich Burgund würde man in der Hauptstadt noch diskutieren müssen. Nachdem Liudolf die entsprechenden Papiere ausgestellt wurden, sattelte man das Pferd des Boten, der in den frühen Abendstunden gen Konstantinopel aufbrach.

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Montag, 16. April 2018, 16:56

Der Byzantiner sicherte dem Herzog dann tatsächlich zu, dass er als Oberbefehlshaber sämtlicher Truppen fungieren werde. Dies zerstreute dessen Zweifel weitgehend, so dass er sich mit der Idee immer besser anfreunden konnte. Was Burgund anging, konnte oder wollte sich der Bote indes nicht festlegen. Liudolf hätte gerne etwas Verbindliches gehört, doch nahm er es fürs Erste hin und wollte das Unternehmen deswegen nicht mehr grundsätzlich in Frage stellen. Zu verlockend war die Aussicht, bald Ostfrankenkönig zu sein. Die burgundische Sache würde sich schon noch im Nachhinein abklären lassen. Der Herzog nickte also und erwartete dann die Urkunde, die ihm von Ostrom versprochen worden war.

So endete die erste geheime Unterredung zwischen dem ostfränkischen Thronfolger und dem Gesandten des Kaisers der Rhomäer. Bald schon würde diese Geheimallianz ihre ersten praktischen Auswirkungen zeigen, da war sich Liudolf sicher.

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