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Wir befinden uns im Krieg mit dem Ostfrankenreich.

Konstantinopel: Die Stadt Theodosioupolis fiel brandschatzenden Soldaten zum Opfer und wurde niedergebrannt. Derzeit sind keine Wolken am Himmel zu sehen, bei einer täglichen Durchschnittstemperatur von 27 Grad.
Rom: Der Kaiser hat den Kirchenstaat vollständig wiederhergestellt. Das Wetter hat umgeschlagen. Es ist zunehmend bewölkt bei durchschnittlichen 25 Grad.
Ausland: Der Verräter Wido von Brescia wurde wegen Hochverrats in Augsburg hingerichtet. Der Gegenpast Coelestinus II. ist in Magdeburg bei König Otto I. angekommen.

[Gemächer des Autokrators] Vivat Bacchus! Bacchus lebe!

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Montag, 2. April 2018, 22:43

Vivat Bacchus! Bacchus lebe!

Am Abend jenes Tages, an dem sich der Kaiser mit dem Grafen von Brescia besprochen hatte, war ein festliches Mahl mit dem Reichskanzler Zarides in den kaiserlichen Gemächern angesetzt, zu welchem Romanos spontan auch Wido von Brescia geladen hatte. Beide waren sie Schwäger des Kaisers, obgleich auf verschiedene Art: Zenon hatte Romanos' Schwester Theophano geheiratet, während Wido als Bruder von Eudokia, der ersten Gemahlin von Romanos, mit demselben verwandtschaftlich verbunden war. Allzu viel hatten die beiden bis dato wohl nicht miteinander zu tun gehabt, so dass es nur passend war, wenn sie sich nun in geselliger Runde besser kennenlernten.

Im persönlichen Speisesaal des Kaisers hatte die Dienerschaft bereits alles vorbereitet und aufgedeckt. Mochte es auch als Abendmahl deklariert sein, sollten natürlich gerade die großen Fragen der Politik im Mittelpunkt stehen. Der Kaiser hatte bereits eine weitreichende Entscheidung getroffen, indem er Wido kurz zuvor zum Genikos epitheoretis, also zum Generalinspektor über sämtliche Truppenteile, ernannt hatte. Dieses Amt hatte er kurzerhand einfach neu kreiert und fügte es dem byzantinischen Titelgewirr hinzu.

Auf einem thronähnlichen Stuhl am Ende der Tafel hatte es sich der Autokrator bereits bequem gemacht und trank im Beisein einiger ausgewählter Eunuchen bereits Wein. In seinen Privatgemächern war er auf Wunsch ständig von den zahllosen kastrierten Praipositoi umgeben, die sich für gewöhnlich der hohen Wertschätzung der misstrauischen oströmischen Herrscher erfreuten. Bei den übrigen Höflingen waren sie indes aufgrund ihres undurchsichtigen Einflusses wenig beliebt. Romanos hatte eine betont den altrömischen Stil imitierende Kleidung gewählt und trug auf seinem Haupt folgerichtig einen Lorbeerkranz.

"Heil Bakchos!", prostete der Kaiser den Eunuchen zu und meinte damit den griechischen Gott des Weines, den die Lateiner Bacchus nannten. Dem Klischee der dekadenten Hofschranzen entsprechend, gruppierten sich die Eunuchen um den Autokrator und erhofften sich seine Aufmerksamkeit, ihm hie und da dies und das zuflüsternd, was Romanos zum Lachen brachte. So konnte man sich die Zeit vertreiben, ehe die eigentlichen Gäste eintrafen.

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Samstag, 7. April 2018, 19:11

Es war Abend geworden in der kaiserlichen Hauptstadt Konstantinopel. Über dem Caput Mundi Orientalis , legte sich langsam die Dunkelheit der Nacht. Doch im kaiserlichen Palast von Konstantinopel brannten immer noch viele Lichter. Und auch in den Strassen und Gassen der Hauptstadt blieb es noch ein wenig hell. Aus den Schänken und Tavernen der Statdt drangen immer lautere Geräusche. "Vivat Bacchus" Es lebe Bacchus der Gotte des Weines und des Rausches. Oder wie es der gallo-romanische Dichter Decimus Magnus Ausonnius formulierte"Concite Bacchus".

Wido war an diesem Abend zum einem Festmahl des Kaisers eingeladen. Teilnehmen an diesem sollte auch der Reichskanzler Zenon Zarides. Es war das erste mal das Wido an einem kaiserlichen Festmahl teilnahm. Aber sein Schwager Romanos hatte ihn dazu eingeladen und wer war er dass der Willen des Kaisers widersprach oder sogar dagegen opponierte? Wido hatte sich in altrömische Kleidung gelegt. Sogar die Toga hatte man ihm angezogen, obwohl Wido sich für das einfachere Pallium entschieden hätte. Widos Berater und Kammerherren überzeugten ihn dennoch dass er sich eine altrömische Toga anziehen sollte. Und nun schlenderte der Graf von Brescia in altrömischer Tracht zum Festmahl des Kaisers. Er kam sich in dieser Kleidung albern vor wie nie zuvor, was würde seinen Kameraden wohl dazu meinen wenn sie ihn nun sos ehen würden. Aber es musste nun mal sein. Es war ein festlicher Anlass und man durfte den Kaiser nicht brüskieren.

Langsam aber sicher näherte sich WIdo den Gemächer des Autokrators, schon von weitem konnte man die Musik hören die aus ihnen herausdrang. Der Kaiser schien wohl schon festlich zu amüsieren. Dann passierte etwas ungewöhnliches. Eine Dienerin oder besser gesagt eine Sklavin rannte an ihm vor bei rannte ihn fast nieder. Wido sah ihr nach. In diesem Moment blieb vor den Gemächern des Autokrators stehen. Was war passiert. Er sah einer einfachen Sklavin hinterher. Die Minuten vergingen. Wido schien wie verzaubert. Diese Frau, Diese Frau sie war so etwas anderes als die anderen Frauen des hohen Adels, denen Wido eher kritisch gegenüberstand. Sie hatte so was an sich. Plötzlich schreckte auf, er musste schnell in die Gemächer rein den Romanos wartete sicher schon.

Er kam in den Gemächern an. Und er überlegte sich was da gerade los war. Diese Frau hatte wirklich etwas an sich, auch sie eine Sklavin war. Er hoffte dass er die Gelegenheit hätte sie heute Abend noch mal zu sehen, vielleicht könnte er irgendwann einen Moment mit ihr alleine verbringen. Bei diesen Überlegungen vergas Wido dass er schon vor dem Kaiser stand. Fast wäre er dem Kaiser zu nahe gekommen und hätte ihn sogar niedergetrampelt. Wido neigte sein Haupt vor dem Imperator und sagte Ehre und Ruhm sei dir o glorreicher Caesar und Autokrator sprach er zu Romanos. Dann beobachtete er die illustre Runde von Höflingen die sich um Romanos gescharrt hatten. Diese Hofschranzen taten wirklich nur alles um irgendwie die Gunst des Kaisers zu erlangen.

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Samstag, 7. April 2018, 21:53

Eingeengt und eingelullt von seinen Lieblingseunuchen lag der Kaiser auf seiner Liegestatt und ließ sich umsorgen. Jeder von den Eunuchen wollte der geistreichste und eloquenteste sein, weswegen sie sich geradezu zu überbieten suchten. Kaum war des Kaisers Weinbecher nur mehr halbvoll, wetteiferten sie darum, ihn denselben wieder auffüllen zu dürfen. Freilich verfolgten die meisten von ihnen auch ureigene Interessen, die sie dem Autokrator in der weinseligen Stimmung unterjubelten. Sie alle waren völlig abhängig von der kaiserlichen Gunst und Gnade, hatten daher allen Anlass zu hoffen, dass die Herrschaft von Romanos II. ewig währen würde. Eben dieses Abhängigkeitsverhältnis machte die Eunuchen zu den bevorzugten Kumpanen der byzantinischen Kaiser. In aller Regel sank ihr Stern mit dem Ableben eines Kaisers. Danach war ihre Karriere vorbei, schlimmstenfalls auch ihr Leben, waren sie doch für gewöhnlich über die Maßen verhasst aufgrund ihrer Willfährigkeit, die keine Grenzen kannte. Sie alle waren dem Autokrator zutiefst ergeben und hätte alles für ihn getan. Nach Weibern stand ihnen ohnehin nicht der Sinn, weshalb sie sich gänzlich auf den Allerhöchsten verlegten, den sie anhimmelten und umschwärmten wie Bienen es bei Blüten taten.

Weingott Bacchus kannte an diesem Tage jubilieren, floss der Rebensaft doch in Strömen, zumeist freilich in des Kaisers eigenen Becher. Dementsprechend angeheitert war Romanos auch, wenngleich er erprobt genug war, um seine Grenzen zu kennen und dem Treiben gegebenenfalls Einhalt zu gebieten. Jedenfalls war die Stimmung aufgeheitert genug, um das Eintreten des Grafen von Brescia beinahe untergehen zu lassen. Zuerst erblickten ihn die Eunuchen, deren kritische Blicke ihn trafen. Für dieselben war er gleichsam eine Art Eindringling in ihr Revier, war er doch nicht kastriert und besaß gleichwohl großen Einfluss, wie man hörte.

"Juchhe! Der Wein ist da", meinte der Kaiser dann und wurde allmählich des Gastes gewahr. Er streckte Wido seinen Siegelring zum Kusse entgegen. Die Eunuchen wirkten fast wie versteinert und fixierten den Neuankömmling. "Wein für den Grafen von Brescia!", herrschte er die Halbmänner an, die sich sogleich anschickten, auch dem Droungarios einen Weinkelch zu füllen.

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Samstag, 14. April 2018, 18:24

Auf der Liege lag der Kaiser. Er hatte sich in altrömisches Gewand gekleidet. Umgeben von einer Schar von Eunuchen, die versuchten sich die Gunst des Kaisers eigen zu machen. Der Kaiser war in angeheiterter Stimmung. Er ließ sich von seinen Eunuchen umgarnen. Und er fand gefallen daran. Dass war also auch der legendäre Nachfolger von Alexandros des Großen. Der Imperator und Augustus Caesar Orientalis. Der sich als Imperator Romanum und damit als direkter Nachfolger von Augustus, Hadrian sowie Konstantinos dem Grossen und Theodosios, dem Kaiser des verinigten Imperium Romanum fühlte? Hier konnte man wirklich den Satz anbringen: "Sic Transit gloria mundi" So vergeht der Ruhm der Welt.

Als Wido in die Gemächer des Kaisers trat, war die Blicke der Eunuchen sofort auf ihn gerichtet. Sie achteten genau auf jede Bewegung die Wido machte, esr war ein Katz und Mausspiel. Die Eunuchen betrachteten ihn wahrscheinlich als Eindringling ja sogar als Feind. Immerhin waren der Imperator und er verwandt, was die Eunuchen nicht von sich behaupten konnten. Daher rührte auch das sehr gute Verhältnis zwsichen ihm und Romanos, dass sich die Eunuchen erst mit Eifer erarbeiten mussten. Und was dachte Wido über die Eunuchen? Er hatte eine geteilte Ansicht. Jeder sollte so leben können, wie er es für richtig empfand, aber er verstand die Logik der Eunuchen nicht und verabscheute ihre Mauscheleien. der kaiserliche Hof, war ein Ort voller Intrigen, in dem jeder versuchte durch die ein oder andere Geste in der Gunst des Majordomus also des Imperators zu steigen. Es galt sogar als Ehre unliebsame Konkurrenten mit Hilfe der Justiz aus dem Weg zu räumen.

DIe Situation mit der Sklavin von vorhin sorgte immer noch dafür dass Wido an sie dachte. Sie sah eigentlich ganz hübsch aus, aber konnte ein Königssohn eine Sklavin, was würde wohl sein Schwager Romanos dazu meinen, würde er Zornig und könnte dieser ihn dafür sogar verstossen. Doch dann fiel Wido ein, dass Liebe keine Sünde sei und demzufolge gab es auch keine Schranken die Gott festgelegt hatte, es waren die Menschen diese Schranken aufrichteten und sie dann zu Schranken Gottes erklärten. Doch wenn Gottes Wille, Liebe ist dann kann keine Schranke der Welt diese aufhalten.

Als WIdo nun vor dem Kaiser stand küsste er dessen Ring und ging auf Knie. Die Eunuchen schienen im negativen Sinne erstaunt. Es wirkte wie zu Zeiten von Nero und Caligula. Ich danke euch für die Einladung mein Imperator, meine Wido zu Romanos bevor er sich erhob und sich auf seinem Platz begab. Der Kaiser gab den Befehl im Wein einzuschenken. Ein Eunuch brachte daraufhin einen Gefäss mit dem kostbaren Trank. Doch der Eunuch schaute ihn mit einem äußerst ernsten Blick an. Es wirkte wie eine Warnung.

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Montag, 16. April 2018, 16:37

Der Welten Ruhm wäre freilich längst vergangen, trügen Eunuchen daran maßgeblichen Anteil. Bereits unter Diokletian und Konstantin dem Großen bestand der Hofstaat größtenteils aus selbigen, stand ihre Loyalität doch, anders als bei den "Bärtigen", nicht in Frage. Eunuchen konnten nicht nach dem Thron greifen oder eigene Dynastien etablieren. Ihre Verhasstheit bei den Nichteunuchen tat ihr Übriges, die Bindung an den Herrscher zu verstärken.

Den Fußfall und den Ringkuss vollzog Wido von Brescia, immerhin Generalinspektor sämtlicher Truppen, wie ein alter Hase. Er bedankte sich für die Einladung und nahm dann den ihm zugewiesenen Platz ein. Sein Weinbecher ward alsbald gefüllt, so dass er nicht verdursten musste.

"Fürwahr, es ist eine Freude, dich hier zu sehen", meinte der Kaiser, der sich übernächtigt fühlte, obwohl er sich an jenem Tage überhaupt erst nach der Mittagszeit dazu durchgerungen hatte, sich zu erheben. Der Wein tat sein Übriges, so dass Romanos weniger gesprächig wirkte als sonst, vielmehr ein wenig dämmrig herüberkam und Gefahr lief, in einen Halbschlaf hinüberzugleiten.

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Dienstag, 17. April 2018, 19:09

Auch ich stand mal wieder auf der Gästeliste. Eine Feier im Palast, sei sie auch noch so klein und spontan, kam einfach ohne meine Wenigkeit nicht aus. Und sollte ich einmal nicht auf der Liste stehen, so reichte in der Regel mein bloßes Erscheinen dafür, dass ich eingelassen wurde. Wie mich das langweilte, das die meisten einfach kleinbeigaben, wenn sie meinen Namen hörten.
Bei diesem Gedanken konnte ich ein kleines gelangweiltes Gähnen nicht unterdrücken.

So lag ich also auch bei diesem Fest mal wieder auf einer Liege und ließ mich bedienen. Die Sklavin zu meiner linken reichte mir auf mein Geheiß hin einzelne Trauben, deren Kerne ich ihr achtlos wieder entgegenspuckte. So war das nunmal, wenn ich mich langweilte. Ich brauchte eine Beschäftigung und sei es auch nur meine Sklaven zu maltretieren. Nun gut, technisch gesehen waren es die Sklaven meines Vaters, aber so wie ich das sah, würde mir der Laden und sein "Inventar" ohnehin in nicht allzu ferner Zukunft gehören.
Das gleiche galt auch für die Jimena, die mir eigentlich den Wein hatte einschenken sollen. Ein furchtbar aufsässiges Weib, was wohl an ihren iberischen Blut liegen musste. Eigentlich dachte ich, dass sie bereits gebrochen war, doch die Tatsache, dass sie den Weinkelch auf meine wunderbare weiße Toga hatte fallen lassen und diese nun durch einen riesigen roten Fleck besudelt war, schaffte zumindest bei mir den Eindruck, dass sie dies mit voller Absicht getan hatte. Mein schönes Bakchoskostüm, dass ich nur für diesen Anlass anhatte war ruiniert! In Wirklichkeit war es natürlich ein Versehen, aber selbst das wäre bei mir nicht durchgegangen.
So kam es also, dass ich sie kräftig geohrfeigt hatte und wegschickte, das dumme Stück.
Dass sie dabei die Aufmerksamkeit dieses Wido auf sich gezogen hatte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Nach diesem kurzen Moment des Aufruhrs herrschte allerdings wieder nur Langeweile in mir.
"Wenn doch wenigstens etwas spannendes passieren würde..." ,seufzte ich leise, jedoch laut genug, dass Romanos es sicherlich gehört hatte.

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Dienstag, 17. April 2018, 20:09

Wieso der junge Senator Demetrios Alexandros Dalassenos überhaupt in dieser illustren Runde saß, erschloss sich dem nüchternen Betrachter nicht auf den ersten Blick. Die Gründe hierfür lagen schlichtweg darin, dass die Dalassenoi, ein zwar neureiches, dafür aber umso begüterteres Haus aus der Provinz, Unsummen bei der Finanzierung der Kolossalstatue des Kaisers beigesteuert hatten. Sie hatten wohl zurecht den Prestigefaktor dieser Herzensangelegenheit des Autokrators entdeckt. Dadurch erkauften sie sich faktisch hohe und höchste Ämter und Titel und deswegen trug der gerade 19-jährige Erbe des Hauses Demetrios bereits die hohe senatorische Würde eines Anthypatos, also Proconsul, eines der letzten Überbleibsel der antiken römischen Ämter, die es bis in die mittelbyzantinische Zeit hinein geschafft hatten. Besonderer Beliebtheit bei Hofe erfreute sich der Schnösel freilich nicht, fiel er doch vor allen Dinge durch einen Mangel an Manieren und eine wenig galante Ausdrucksweise auf. Romanos duldete ihn gleichwohl in seinem Umfeld, so dass er eben auch an diesem Abend unter all den Eunuchen anwesend war als "Bärtiger" ohne Bart.

"Ihr habt den Senator gehört", griff der Kaiser die Andeutung des Dalassenos auf, "Unterhaltung! Ich wünsche Musik und Tanz! Na wird's bald!" Sein Tonfall war unverkennbar nicht mehr völlig nüchtern, was seine Autorität indes nicht im Mindesten in Frage stellte.

Sogleich rannte die Dienerschaft in Heerscharen umher und organisierte flugs die Hofmusikanten, die für Kurzweil zu sorgen hatten. Und dann kamen alsbald einige Sklavinnen und Sklaven herein, die leicht bekleidet dazu tanzten.

"Besser so?", grinste der Kaiser leicht dösig zum Dalassenos hinüber und grinste. "Ist es nicht gut, Kaiser zu sein", fügte er rhetorisch hinzu und ließ sich den Weinkelch nachfüllen.

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Freitag, 20. April 2018, 22:07

Als Zenon nahe gebracht wurde, sein Typ würde in den kaiserlichen Gemächern verlangt, hatte er eine der in letzter Zeit häufigeren ausschweifenden Feste im kleinen Kreis erwartet, die der Kaiser gab. Wobei kleinerer Kreis eben im Maßstab mit den sonstigen Festivitäten gesehen werden musste, zu denen Seine Majestät üblicherweise einlud. Offenbar war Romanos der Meinung, dass sich seine beiden Schwager - Wido und Zenon - enger zusammen arbeiten sollten. Zenon war der höchste Diplomat des Reiches und wortgewandt, während Wido ein Soldat durch und durch war - oft nicht die beste Kombination, wenn man solche Menschen zusammen in einen Raum setzte. Bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs hatte Zenon den Italiener nur flüchtig gekannt. Schlussendlich war dieser jedoch mit der kleinen Gruppe um den Kaiser in einer Nacht- und Nebelaktion gen Norden geflohen, weswegen man sich zumindest in dieser Zeit arrangierte und auch besser kennen lernen konnte. Nachdem Romanos in Sicherheit war, hatte Zenon die Gruppe verlassen und war nach Ägypten gereist, um nach seiner Frau zu sehen und die Freunde südlich des Mittelmeers über die Zustände in Konstantinopel zu informieren und deren Hilfe bei der Rückeroberung des kaiserlichen Throns einzufordern.

Seit damals hatte Zenon seinen Schwager nun nicht mehr gesehen, wohl hauptsächlich, weil dieser die meiste Zeit auf dem Exerzierplatz verbrachte. Wie nett, hatte Zenon sich gedacht, als sein Freund und Kaiser Romanos aus diesem Grund nun zu besagter Feier eingeladen hatte. Der Logothetes tou dromou tauchte mit etwas prominenter Verspätung in den kaiserlichen Gemächern auf. Die Stimmung, die er vorfand, war äußerst ausgelassen. Er entdeckte den Gastgeber halb vergraben zwischen einigen Kissen, umringt von Halbmännern, die um seine Gunst buhlten und Wein nachschenkten, sobald der Autokrator auch nur einen Schluck davon genommen hatte. Wido stand in der Nähe des Kaisers, offenbar abgelenkt von einer der Sklavinnen, die die anwesenden Männer umgarnten. Der Neuankömmling ließ seinen Blick schweifen. Den Basileus Tiberios konnte er nirgendwo entdecken, wenngleich er sich sicher war, dass Romanos auch seinen Bruder eingeladen hatte. Auf einem der Triclinia lag auch ein dem Kouropalates völlig fremder junger Mann, der den Eindruck ausstrahlte , als befände man sich hier in seinen höchsteigenen Gemächern.

"Wer ist denn der Schnösel?", fragte Zenon mit einer Kopfbewegung in Richtung des Senators, als er sich zu den beiden Herren gesellt hatte. "Wido, schön dich wieder zu sehen", begrüßte er dann den Königssohn und nickte seinem Freund Romanos zu. Ähnlich wie Wido wurde auch Zenon von den Eunuchen argwöhnisch betrachtet, galt er schließlich als einer der größten Einflussnehmer auf den Kaiser und war seit neuestem auch mit der Kaiserinmutter äußerst oft zugegen, was ihn im Spiel der Politik nur noch interessanter machte..

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Freitag, 20. April 2018, 23:45

Neben den wichtigen Herrschaften, die sich nun allesamt eingefunden hatten, befand sich auch noch etwa ein Dutzend Eunuchen im Raum. Dies war keineswegs ungewöhnlich, schwirrten dieselben doch gleichsam ständig im Palast herum und war es schon schwierig, nicht zumindest einem von ihnen zu begegnen, wandelte man durch die endlosen Flure desselben. Es handelte sich hier und heute ausschließlich um Praipositoi und Protopraipositoi, also Kammerherren und Oberkammerherren, von denen es schätzungsweise mehrere hundert im Großen Palast von Konstantinopel gab. Diese Tradition ging bekanntlich viele Jahrhunderte zurück und war auch keine rein römische Erfindung, gab es Eunuchen doch bereits in den großen Reichen des Altertums. Gemein war ihnen dort wie hier, dass sie einen übermäßigen Einfluss hatten und ziemlich unbeliebt waren.



"Fühlt Ihr Euch auch wohl, Euer Hoheit?", umtänzelte einer der Eunuchen schwül den neu eingetroffenen Kaisar und Kouropalates Zenon Zarides und legte seine feminine Hand auf dessen Schulter. "Etwas Wein?", grinste der Praipositos und hatte auch schon eine Karaffe parat. Auch wenn es für spätere Betrachter seltsam anmuten mochte, war dies doch in der Antike - die ja in Byzanz gewissermaßen andauerte - nichts Ungewöhnliches. Dass ein echter Mann wie Zarides bei den Halbmännern Eindruck mache, war kein Wunder, denn den einzigen Mann, den diese für gewöhnlich aus nächster Nähe zu sehen bekamen, war eben der Autokrator.



"Im Umgang mit dem Schwerte kommt Euch sicherlich kaum jemand gleich, Exzellenz", umschwärmte ein anderer Wido von Brescia, der ja nun Generalinspektor war. "Ich hätte ja schon Schwierigkeiten, ein Schwert auch nur zu halten, hehehe." Er kicherte geradezu kindisch, was ihm die anderen Eunuchen in der Nähe dann gleichtaten, und fuhr sich aufreizend durchs Haar. "Zum Glück gibt es so starke Männer wie Ihr es seid, um uns hier zu beschützen." Wieder Heiterkeit bei den Kastraten.



"Ohhh, wie wären hier ja geradezu in Lebensgefahr ohne unsere Krieger", fuhr ein weiterer, dem scheinbar beide Handgelenke gebrochen waren, in einem recht tuntigen Tonfall fort und stieß dabei noch mit der Zunge an. "Ein Hoch auf unseren gottgegebenen Kaiser! Lang lebe Romanos der Große! Heil!" Sofort stimmten alle Anwesenden, auch die Nichteunuchen, gezwungenermaßen darin ein und erhoben die Gläser auf den Kaiser.


Sim-Off:
Passende musikalische Untermalung der Atmosphäre.


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Freitag, 20. April 2018, 23:51

Justitia et Caritas. Gerechtigkeit und Nächstenliebe, dass waren die zwei Schlagwörter des christlichen Glaubens, denen sich Wido verpflichtet fühlte. Er konnte Ungerechtigkeiten nicht ausstehen. Und was er  noch weniger ausstehen konnte, waren Menschen die ihre Macht dazu einsetzten um andere zu erniedrigen. Leider gelangten solche Leute oft in den Kreis der Macht.

Wie hatte doch der Patriarch von Konstantinopel Johannes Chrysostomos in einer seiner Predigten über den Gegensatz zwischen reich und arm geklagt " Wenn man untersucht wie die Grundbesitzer mit den armen Landleuten verfahren, kommt man zu der Überzeugung. Dass sie unmenschlicher sind als Barbaren. Sie legen unerschwingliche Abgaben auf und füllen sich selber Speicher und Keller." Sozialkritik im 5 Jahrhundert. Johannes Chrysostomos war einer der bedeutendsten Kirchenväter neben Basilius dem großen, Gregor von Nazianz und Athanasius dem Bischof von Alexandria. Vor allem im Osten gausgetauscht hattealt er als Pendant zu Ambrosius dem Bischof von Mailand. Mit dem Unterschied dass sich Ambrosius gegen die imperiale Macht durchsetzen konnte, während Johannes Chrysostomos daran gescheitert war.

Zu der Sorte von Menschen deren Verhalten Chrysostomos anprangerte, gehörte der auch am heutig Abend anwesende Proconsul und Senator Demetrios Alexandros Dalassenos, denn Wdio kritisch beobachtete. Dalassaenos war das beste Beispiel das die Würde des Senators zu einem Posten unter vielem oder besser zu einer Makulatur verkommen war.  Wido kannte ihn, auch wenn er noch nicht viel Wörter mit ihm ausgetauscht hatte. Allerdings erzählte man sich nichts gutes über den "Proconsul". Er war ein Sklaventreiber, der sein Macht ausnutzte um des eigen Vorteils. Um Menschen auszubeuten. Diesem Mann war alles recht er war ohne Skrupel. Wido fragte sich wie so einer  gemeinsam mit dem Kaiser an einem Tisch speisen durfte. Wahrscheinlich lag es daran, dass die Familie des Proconsuls, Unsummen an Geld für den Bau der Kolossalstatue des Kaisers beigesteuert hatte. Dadurch hatte sich dieser 19 Jähriger Schnösel dass er kauft was er wollte.

Ohne seinen Einfluss und seinen Vermögen war dieser Angeber ein nichts. Er könnte nicht mal Menschen beeinflussen, Nicht mal ein einfacher Soldat hätte vor so einem Angst. Und wahrscheinlich hätte ein Soldat sogar das bessre Benehmen als dieser Schnösel.

Denn was Wido in diesem Raum erlebte ekelte ihn an. Diesem "Möchtegern-Senator" war die menschliche Würde nichts wert. Und gemäß diesem Grundsatz behandelte auch die Menschen die ihm dienten. Als eine Sklavin ihm Trauben reichte, bespuckte er sie mit den Kernen derselbigen. Wido konnte es nicht glauben. Dann trat die Sklavin ein die Wido so verzaubert hatte. Sie ging auf den Senator zu. Gehörte Sie ihm dachte sich Wido während er die Situation beobachtete. Als sie dem Schnösel den Weinkelch reichte, fiel dieser mit dem Inhalt auf seine Toga. Wido musste schmunzeln. Doch dann passierte etwas ungeheuerliches. Dieser Schnösel verpasste der Dame ein paar kräftige Ohrfeigen. Danach ging sie aus dem Raum, sie schien zornig und traurig zu sein.

Wido glaubte es nicht. In diesem Moment wollte er aufstehen, diesem Feigling seine Meinung geigen und hätte ihn wohl am liebsten noch zum Duell herausgefordert. Aber was hätte dass wohl für einen Eindruck beim Kaiser hinterlassen. Wido stand also auf und entschuldigte sich kurz. Dann ging er den Weg auf dem die Sklavin den Raum verlassen hatte. Er fand die Dame in einer Ecke weinend vor. Als er sich ihr näherte, schreckte sie auf und nahm einen Messer dass in der Nähe damit ging Sie in Verteidigungsstellung. Wido näherte sich ihr und deute an dass sich nichts zu befürchten habe. Langsam legte sie das Messer weg.

Zeig mir deine Wange sprach Wido zu ihr. Obwohl sie misstrauisch war, tat sie es nach einigem Zögern. Wido schaute sich das näher an. Dieser Bastard dachte er sich. Wie konnte man eine Frau nur so schlagen. Komm mit ich werde deine Schmerzen lindern. Er nahm ihre Hand. Sie zögerte doch dann ging sie mit. Wido ging mit ihr in einen kleinen Raum und bat einen Diener ein wenig kaltes Wasser und ein wenig Stoff. Er tauchte den Stofffetzen ein wenig im Wasser und behandelte damit ihre Wange. Wie heisst du? fragte Wido. Die Dame antwortete erst nicht sagte aber dann. Mein Name ist Jimena Herr. Jimena freut mich. Ich bin Wido. Du musst mich nicht Herr nennen sagte er zu ihr. Jimena dass war ein hispanischer Name. Warte hier Jimena es ist besser dass du noch nicht reingehst. Ich gehe jetzt wieder. Bleib bitte hier sagte Wido. Natürlich Her.. ähem ich meine Wido danke für alles, sagte sie zu ihm. Jimena lächelte zum ersten mal seit langem wieder. Und Wido erwiderte das.

Dann machte sich Wido wieder auf. In der Zwischenzeit war Zenon eingetroffen. Es war lange her seit sich die beiden das letzte Mal gesehen hatten. Wido ging auf ihn zu und begrüsste ihn mit einer Umarmung. Zenon wie schön dich hier zu sehen, lange ist es her, seit dem letzten mal wie geht es dir ? fragte Wido ihn. Dann widmete sich Wido dem Senator und schaute ihn mit ersten Blick an. Bravo Senator Bravo.  Wido klatsche dabei. Seid ihr stolz darauf wie ihr mit Frauen umgeht. Wer hat euch eigentlich beigebracht dass man eine Frau so zurichtet? Hm?  Fragte Wido ihn. Und war gespannt auf die Antwort.

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Sonntag, 22. April 2018, 18:51

Tatsächlich hatte der Autokrator meinen Ausruf der Langeweile bemerkt und endlich kam zumindest ein wenig Leben in die Bude, zunächst durch das Umherwuseln der Dienerschaft und letztlich durch Tanz und Musik. Gewiss hob das die Stimmung ein wenig, aber wer mich kannte, wusste ich solch Schöngeistereien in der Regel nur wenig abgewinnen konnte. Doch als Romanos mich fragte, ob ich denn nun zufriedener sei, blieb mir wenig anderes übrig als zuzustimmen. Auch wenn ich meinen eigenen Kopf besaß, ich wusste, dass man Romanos nicht widersprechen sollte.
"Besser, Euer Majestät, gewiss. Vielleicht nicht ganz das, was ich selbst an Unterhaltung aufbieten würde, aber dennoch besser." ,erwiderte ich leicht geheimnisvoll. Vielleicht hatte der Kaiser ja schon Gerüchte von dem gehört, was sich sonst so auf meinen Feiern abspielte.

Seine fast schon rhetorische Frage, ob es nicht gut sei Kaiser zu sein beantwortete ich mit einem schiefen (manch einer hätte es sogar als bösartig empfunden) Grinsen und erhob meinen Kelch in Richtung des Autokrators. "Auf Euch und Eure Macht!" Ich leerte den Wein in einem Zug, ließ Romanos dabei allerdings nicht aus den Augen, während ein Tropfen des blutroten Weins aus einem meiner Mundwinkel an meinem Kinn hinablief.

In diesem Moment trat der, dem diese Feierlichkeit eigentlich gewidmet war auf den Plan: Der Kouropalates Zenon Zarides. So ließ ich mir schnell nachschenken und prostete auch diesem zu. "Und natürlich auch auf Euch, Exzellenz!" Wieder leerte ich den Kelch in einem Zug und traf den Blick des Autokrators diesmal aus dem Augenwinkel. Ob er wohl meine Trinkfestigkeit bewunderte? Jedenfalls schien er sich mit Zenon über mich zu unterhalten. Zumindest spürte ich dann und wann die Blicke auf mir.

Ich war kurz davor gewesen aufzustehen und an die beiden heranzutreten als sich plötzlich ein mir unbekannter vor mir aufbaute und mir nur allzu sarkastisch applaudierte. Schon merkwürdig wie sich manchmal innerhalb weniger Sekunden eine abgrundtiefe Antipathie zwischen Menschen bilden konnte, doch hier war sie eindeutig zu spüren. Wie dem auch sei, ich hatte keine Ahnung was dieser Typ von mir wollte, aber wer mir so unverschämt begegnete, konnte nicht mit einer freundlichen Antwort rechnen.
Desinteressiert blickte ich den Fremden an.
"Ihr müsst schon sagen was ihr von mir wollt, wenn Ihr ein Gespräch mit mir sucht.", seufzte ich genervt.

12

Sonntag, 22. April 2018, 21:07

Wido konnte es nicht glauben, wie konnte es dieser Zwerg, Dieser Narr wagen so mit ihm umzugehen. Man sah dass dieser Jüngling ins einer Jugend nicht gelernt hat was Respekt ist und wie man sich gegenüber anderen verhält. Der unfreundliche Ton untermauerte dies. Und Wido vergas das Gerede der Eunuchen, Er stimmte auf den Kaiser an Ewiger Ruhm dem Kaiser sprach Wido und trank den Wein aus.Dann widemte er sich aber wieder diesem Senator

Wisst ihr eigentlich wer vor euch steht? Ich glaube nicht sonst würdet ihr nicht so ein Benehmen an den Tag legen. herrschte Wido diesen Schnösel an. Nur weil er den Titel des Senators und des Proncolus erhalten hatte.

Dann kam Wido zum Kern der Sache Ihr habt vorher eine Frau geschlagen. "Senator". Schämt ihr euch eigentlich nicht? Und so etwas nennt sich Senator und Proconsul. Lasst euch eines gesagt sein wer eine Frau schlägt ist kein Mann ,er ist ein Feigling. herrschte ihn Wido an.

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Sonntag, 22. April 2018, 21:57

Der Kaiser konnte dem Dalassenos nicht mehr völlig folgen, als dieser meinte, es sei nun zwar besser, aber nicht ganz das, was er sich selbst an Unterhaltung vorstellte. Dies lag allerdings in erster Linie daran, dass ihm die Eunuchen ständig Wein nachschenkten und er somit auch die ganze Zeit am Trinken war.

Wenig später traf dann auch der Reichskanzler ein. Zenon Zarides konnte es sich erlauben. Niemand hätte sich darüber mokiert, genoss er doch das vollkommene Vertrauen Seiner Majestät und war zudem selbst nicht auf den Mund gefallen.

Die merkwürdige Auseinandersetzung zwischen Demetrios Alexandros Dalassenos und Wido von Brescia bekam Romanos nur peripher mit. Zuviel Ablenkung gab es anderweitig. Nun spielte ja auch noch die Musik auf und wurde getanzt. Die eunuchische Freundlichkeit schien die hohen Herrschaften dagegen weniger zu interessieren. Dass es um irgendeine Sklavin ging, die wohl dem Senator Dalassenos gehörte und die der Brescier anziehend fand, entging dem Kaiser jedenfalls völlig.

"Der Schn.... Schnö... Schnösel?", setzte Romanos lautstark an, so dass es auch der Gemeinte hören musste, und blickte in die Richtung des Demetrios. "Kei... Keine Ahnung ... Irjendein Sen... Senaddor ... Sein Papi hat Geld beijesteuert für die ... die .... na ... die Koloss... Kolossalstatue."



"Senator Dalassenos, Euer Hoheit", sprang der eine Eunuch helfend zur Seite und grinste den Kaisar Zenon an.

"Ach der is' das", nickte der Autokrator dann auch, als hörte er es zum ersten Male, was nicht der Fall war. "Auf meine Macht, genau!", lachte Romanos dann und prostete dem unbekannten Bekannten zu.

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Donnerstag, 26. April 2018, 03:32

Ob ich wusste wer vor mir steht? Ob es mich wirklich interessierte? Soweit ich das sah, stand da irgendein daher gelaufener Fatzke vor mir, der entweder zu viel getrunken hatte oder sich einfach nur aufspielen wollte. Jedenfalls schien der Typ auch keine Ahnung davon zu haben, vor wem er sich so zum Ei machte.

"Wisst Ihr eigentlich, wie egal es mir ist, wer Ihr seid? ",giftete ich zurück. "Es würde mich nur interessieren, wenn Ihr der Autokrator selbst wärt, aber das dürftet noch nicht einmal Ihr euch erträumen. Und überhaupt... was fällt Euch ein mir schlechtes Benehmen vorzuwerfen und selbst blafft Ihr uns an, als wären wir irgendein dummes Sklavengör. Ihr solltet Euch etwas zurücknehmen. Ich weiß ja nicht woher ihr kommt, aber der Wein scheint Euch nicht zu bekommen."

Dann rückte der Flegel damit raus, warum er sich überhaupt so aufregte. Mir war beinahe schon zum Lachen zu Mute. Dieser Typ schien sich wirklich als unverbesserlicher Gutmensch und Weiberheld zu verstehen. Das ganze Theater nur wegen dieser dummen Jimena? Lächerlich!

"Ihr seid ja tatsächlich betrunken!", kicherte ich böse. "Lasst Euch eins gesagt sein, Ihr Held: Ein Mann der eine dumme Sklavin schlägt, ist ein Mann der die Zügel in der Hand hält. Ja Ihr hört richtig, besagtes Weib ist eine Sklavin. MEINE Sklavin. Und eine Sklavin ist eine Sklavin, keine Frau. Wenn Ihr mich fragt: ein Sklave könnte auch ein Stück madiges Brot sein, oder eine stinkende Töle. Was kümmerts mich? Sie ist ein Gegenstand und ich bin der Eigentümer. Schreibe ich Euch vor, wie Ihr euer Inventar behandelt? Ihr langweilt mich, mit Eurem Anstand."

Da fiel mein Blick auf den Eingang des kleinen Saals, wo besagte Jimena scheinbar das Treiben entgegen meiner Anweisung nach Hause zu gehen beobachtete. Irre blickte ich den Wido an. "Zeit für ein bisschen Spaß!" Damit bedeutete ich meinem Leibsklavin Jimena zu mir zu bringen. Der Mann tat wie ihm gehießen und schleifte die Ibererin an meine Liege. Ich stand auf und packte das Weibstück fest am Hals. Unter dem Zucken Jimenas, die krampfhaft versuchte, sich aus meinem Griff zu entziehen drückte ich ihr einen Kuss auf, der so gar nicht voller Romantik war. Es ging hier einzig und allein darum zu demonstrieren, dass ich immer bekam was ich wollte, egal unter welchen Umständen. Der Kuss dauerte einige Zeit an, sodass das Weib um Luft rang, als ich endlich von ihr ließ, die Hand aber trotzdem noch unerbittlich an ihrem Hals.

"Na wollt Ihr auch ein Küsschen?", lachte ich den Wido an.

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Samstag, 28. April 2018, 23:53

Dieser Schnösel bildete sich so einiges ein, und dieser härrischer Ton denn er Wido gegenüber brachte, gefiel demselben gar nicht Augenscheinlich hatte dieser Mann entweder keine Eriehung genossen oder man hatte nie wäre seiner Kindheit den Hinter versollt. Das Verhalten dieses Mannes entsprach eher einem Betrunkenen der als erstes versuchte ins Wasser zu springen..

Hört mich gut an " Senator. sprach Wido mit ernster Stimme . Wenn in eurem Hause wärt könntet ihr euch aufführen., wie ihr wollt. Aber hier seid ihr im kaiserlichen Palast, und dass ist nicht euer Heim. Also benehmt euch gefälligst! Darf man erfahren ob ihr überhaupt, etwas geleistet habt, damit zu euren Würden gekommen seid antwortete Wido und diesen Schnösel krumm an. Wahrscheinlich nicht, ihr habt euch eure Titel erkauft und korrumpiert , mehr nicht. Ihr seid nicht mehr und nicht weniger als erbärmliches Würstchen, dass sich nicht mal Senator nennen dürfte. Und das Prädikat wir steht euch nicht zu, dem einzigen dem dass zusteht ist der Autokrator, denn ihr mit euren Verhalten beleidigt sagt er diesem Schnösel. Wie konnte ein Mann nur so ignorant sein? Draußen gab es tausende Männer, Familienväter und Söhne die ihre Existenz für den Kaiser und das Kaiserreich geopfert hatten. Aber genau so ein Menschenausbeuter der sich alles mit Geld erkaufte, erhielt die höchsten Titel und er fühlte sich dabei auch noch wie ein Herr.

Dann fuhr der Senator in seiner ekelhaften Art weiter. Er kicherte Wido böse an und provozierte ihn mit seinen Aussagen. Wido machte einen Schritt nach vorne und geigte diesem Schnösel nun seine Meinung Ich glaube eher der Wein liegt euch nicht Senator wenn ihr euch so verhaltet wie eine Hure. Wobei Nein eine Hure hat sogar mehr als Ehre im Leib als Ihr. Ein Mann der eine Frau schlägt ist nicht mehr und nicht weniger als ein Feigling, der versucht einen Menschen mit Gewalt zu unterdrücken ist ein Barbar. Denn versucht die Menschen zu ängstigen weil er nicht fähig ist sie dazu zu bringen ihn zu lieben. und noch etwas. Sie mag zwar eure Sklavin sein, aber sie ist kein Gegenstand, sie ist ein Mensch, ein Geschöpf Gottes, gesegnet mit Gefühlen, Ausdauereinem hellen Verstand etc. Und ihr hab nicht das Recht ihr abzusprechen dass sie ein Mensch ist. sagte Wido zu diesem Senator, langsam aber sicher wurde die Konfrontation zur Eskalation.

Dann gab der Pfau einem Diener den Befehl Jimena herzubringen, die offensichtlich das ganze Gespräch mitverfolgt hatte. Jimena wurde von diesem Mann zur Liege des Senators gezerrt und Wido beobachtete die Szenen mit großer Aufmerksamkeit. Dann passierte das Unerwartete und wahrscheinlich auch der grösste Affront für Wido. Der Senator packte Jimena und drückte einen Kuss auf. Jimena wehrte sich gegen diese Annäherung wehrte. Dann lachte er Wido noch an und fragte ihn ob er auch Kuss wolle. Diese Machtdemonstration de Senators ging nach hinten los. Wido marschierte nun näher und näher kam ihn ganz nah. Ein Diener der vorher das Wasser für Jimena gebracht hatte, stellte sich Wido entgegen und versuchte ihn zu beschwichtigen, und er flüsterte ihm zu . Herr lasst euch nicht von diesem Hornochsen vorführen. Er ist es nicht wert. Doch Wido konnte nicht anders. Er ging weiter und stand nun wenige Schritte vor dem Senator der Jimena immer noch in seiner Fittiche hatte. Jimenas Augen schauten Wido an und vermittelten ein Gefühl von Angst und Hilflosigkeit. Wido schaute nun mit einem zornigen Blick auf diesen Pfau . Lasst Sie in Ruhe Bastard. Wenn Ihr nicht wollt dass ich mich vergesse. sagte Wido in einem ersten Ton und baute sich bedrohlich vor dem Senator auf.

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Sonntag, 29. April 2018, 18:56

Das ganze belustigte mich ungemein. Endlich etwas, das meinem doch etwas äußergewöhnlichen Anspruch an Unterhaltung nahe kam. Köstlich, köstlich, wie sich dieser mir noch immer namentlich unbekannte Kerl aufspielte. Scheinbar reizte es ihn besonders, dass ich bereits Senator war, eventuell war es ja auch Neid. Er hatte sogar Recht, in der Tat nahm ich mein Senatorenamt nicht ernst, allerdings, jeder Senator der meinte er hätte auch nur ein Fünkchen Einfluss war meiner Meinung nach nicht ganz bei Trost. Daher amüsierten mich die Anschuldigungen umso mehr. Dass ihn die Wir-Form, die ich kurz angewandt hatte, scheinbar besonders ärgerlich für ihn war, nahm ich dies sofort auf.

"Wir wüssten nicht, was es Euch angeht wie wir Senator wurden. Viel interessanter ist doch die Frage, wie Ihr unverschämte Person es in einen solchen Kreis wie diesen hier geschafft habt. Seid Ihr sicher, dass Ihr zwischen all diesen "Würstchen" " , bei diesem Wort war ein kurzes bestätigendes Lachen im Saal zu hören, da ich es besonders betonte und zu den anderen Adeligen im Raum blickte und Bestätigung erntete, "an der rechten Stelle seid? Los erzählt es uns: was macht ein fauler Apfel zwischen all den Würstchen?"

Genüsslich lauschte ich der neuerlichen Tirade des faulen Apfels, dass ich eine Hure sei und wie ich eine Sklavin so behandeln könne. Dabei war das, was bisher abgelaufen war vollkommen harmlos und mein gutes Recht als Eigentümer Jimenas. Seine Ausführungen schrien ja geradezu nach einer neuerlichen Demonstration meiner Eigentumsrechte. Und wer wäre ich, wenn ich dieser bescheidenen Bitte nicht nachgekommen wäre?

"Aber, aber..." schüttelte ich grinsend den Kopf. "Wer wird denn gleich zu solch starken Worten greifen? Uns scheint, Ihr wisst nicht was eine Hure ist?"
Diabolisch grinste ich Jimena an, die nach wie vor versuchte sich meinem Griff an ihrem Hals zu entziehen.
"Wollen wir ihm nicht zeigen wer von uns beiden die Hure ist?" flüsterte ich ihr zu.

Selbstverständlich bedurfte diese Frage keiner Antwort. Gewaltsam drückte ich die Sklavin auf die Liege, auf der kurz zuvor noch mein eigener Körper gelegen hatte. Eigentlich viel zu gut für die Ibererin, aber wo sollte man in einem der Festsäle des großen Palastes schon eine splitternde Pritsche finden...
Die rechte Hand nach wie vor an ihrer Gurgel drückte ich ihr einen weiteren ungewollten Kuss auf. Je mehr sie sich wehrte, umso mehr wurde der Teufel in mir geweckt. Meine linke Hand machte sich gleichzeitig an ihren Beinen zu schaffen, indem sie das störende Gewand zur schob und ihre nackten Schenkel entblößte.
Wer sich nicht von dem Schauspiel allzu sehr ablenken ließ, dem mussten die blauen Flecken, die in Folge zahlreicher früherer Misshandlungen entstanden waren und sich über die gesamte Länge der Beine verteilen, zwangsläufig auffallen.

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Sonntag, 29. April 2018, 22:39

Man glaubte es nicht. Dieser Schnösel provozierte es weiter und weiter. Wido war nah dran ihm eine zu verpassen. Doch er hielt sich zurück. Was würde das Wohl für einen Eindruck bei Romanos hinterlassen, Aber man merkte das es heiß wurde die Konfrontation wurde zur Eskalation.

Dann geht es euch auch nichts an. Was ich hier zu suchen habe. Nur soviel. Ich habe mir das erkämpft was ich bekommen habe. Als Ihr noch in euren Windel ward , habe ich mit meinen Mitstreitern auf den italienischen Feldern gekämpft und habe den Autokrator im Bürgerkrieg verteidigt. Mehr bin ich euch nicht Rechenschaft schuldig, allein dem Autokrator. antwortete Wido auf die frechen Bemerkungen dieses Bastards.

Dann kam der eigentliche Eklat. Auf Tirade Widos antwortete der Schnösel mit noch mehr Provokationen. Wido war außer sich. Erw ar voller Zorn in diesem Moment. Dann aber schaute er auf Jimena die ängstlich blickte, was sollte er nun tun. Dieses Monster hatte sie in seiner Gewalt, wie konnte er sie befreien. Dann fragte dieser Bastard mit zynischen Unterton. Ob er nicht wisse was eine Hure sei. Wido ahnte dass dies kein gutes Ende nehmen würde.

Der Bastard flüsterte Jimena etwas mit diabolischen Blick zu. Wido verfolgte das Genau. Dann sah er wie dieser Bastard Jimena mit Gewalt auf die Liege drückte und versuchte sie offensichtlich zu vergewaltigen! Ein Diener stellte sich vor Wido und versuchte deeskalierend zu wirken. Leider gelang ihm dies nicht. Wido stiess ihn zur Seite. Er wurde richtig zornig. Als er sah was dieser Bastard ihr antat. Jimena wehrte sich und wehrte sich . Und dann sah Wido etwas was seine Geduld endgültig aufbrauchte. Auf den gesamten Beinen verteilten sich blaue Flecken. Spuren von Misshandlungen.

Wido konnte sich nicht mehr zurückhalten. Er stürmte los und verpasste dem Bastard einen Kinnhaken. Der Senator fiel sofort zu Boden und hielt sich den Mund zu. Jimena stand sofort auf und rannte aus dem Raum und Wido sagte zu dem am Boden liegenden Bastard. Ihr habt es nicht anders gewollt oder verdient. Ihr Bastard. Seid froh dass es nur ein harmloser Schlag war. Dann wandte sich Wido dem Autokrator zu. Eure Majestät mögen mich entschuldigen. Ich habe noch wichtige Sachen zu erledigen. Ich danke euch für die Einladung zu diesem wunderschönen Abend. Dann verneigte Wido sich vor dem Kaiser und ging aus dem Rau. Noch heute Nacht plante er eine Befreiungsaktion. Dieser Bastard würde dumm aus der Wäsche schauen

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Sonntag, 29. April 2018, 23:17

Weitgehend unbemerkt blieb zunächst die sich immer mehr zuspitzende Auseinandersetzung zwischen dem Genikos epitheoritis und dem Senator Dalassenos. Dies lag beim Kaiser freilich auch am Weinkonsum. Die Situation schaukelte sich mehr und mehr hoch und eskalierte schließlich. Für Romanos unverständlich, musste Demetrios Alexandros Dalassenos plötzlich einen Schlag Widos von Brescia einstecken. Dass es dabei wohl um irgendeine Sklavin ging, klärte einer der Eunuchen den Allerhöchsten auf. Romanos war die Besagte bisher gar nicht wirklich aufgefallen. Ehe man sich versah, stürmte der Brescier wutentbrannt aus dem Saal, nachdem er noch einige pflichtschuldige Worte an den Kaiser gerichtet hatte. Alles ging so schnell, dass er ihn gar nicht hätte aufhalten können.

"Was hat das alles zu bedeuten?", wandte sich der Autokrator an seine Umgebung und blickte verwirrt in die Runde. "Viel Lärm um nichts", konstatierte er. Mittlerweile hatte die Dienerschaft dem Dalassenos wieder auf die Beine geholfen. Rein juristisch war der Senator völlig im Recht. Er hatte diese Sklavin rechtmäßig erworben und konnte mit ihr tun und lassen, was er wollte. Sie war in seinen Besitz übergegangen. Dass sich Wido deswegen so gehen ließ, warf kein allzu gutes Bild auf seine Führungsqualitäten und zeigte ihn als jemanden, der mehr auf sein Herz als auf seinen Verstand hörte. Wenn er Pech hatte, würde ihn das Militär künftig mit der Geschichte aufziehen, dabei sollte er als Generalinspektor des Kaisers doch uneingeschränkten Respekt genießen.

Nach dieser Episode war die Feierlaune jedenfalls nachhaltig im Eimer, so dass sich der Kaiser kurz darauf in den privaten Bereich seiner Gemächer zurückzog. Aus den beiden Streithähnen würden wohl in diesem Leben keine Freunde mehr werden. Die Gäste verließen kurz darauf etwas konsterniert den Saal.

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