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Rhomäisches Reich: Der Ex-Innenminister Ioustinianos Doukas ist tot. Der Prozess gegen Romanos Argyros ist vorüber; der Kaiser hat die lebenslange Haft auf zwanzig Jahre verkürzt.
Armenien: Sämtliche Zölle zwischen Armenien und dem Reich wurden aufgehoben. Das Kaiserreich hat umfassende Investitionen in die Infrastruktur zugesagt, um den Handel anzukurbeln.

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Mittwoch, 15. Mai 2019, 21:05

Vermählung von Ioannes Doukas mit Sophia Phokaina

War man Bischof, gar Metropolit, kam man nicht umhin, auch ab und zu für Dinge zu Rate gezogen zu werden, die eigentlich auch normale Presbyter vollziehen konnten. Dazu gehörte der heilige Bund der Ehe. Die Anfrage ans Patriarcheion war vor einiger Zeit gestellt worden. Angesichts der zu Vermählenden, einem Doukas und einer Phokaina, war dann doch ein prominenter Status vorhanden, auch wenn man in Rechnung stellte, dass die Braut nicht der illustren Hauptlinie entstammte. Für den Patriarchen jedenfalls eine Nummer zu klein, so dass der Metropolit von Chalkedon, die Nummer zwei des Patriarchats, zum Zuge kam. Für Niketas Angelos keine große Sache. Als Ort wurde die altehrwürdige Apostelkirche auserkoren, das nach der Hagia Sophia wichtigste Gotteshaus der Hauptstadt und die Grablege der meisten bisherigen Kaiser. Neuerdings wurden die Mitglieder des kaiserlichen Hauses ja bevorzugt im Maussolleion im Palastviertel bestattet, wohl auf den Spleen des Kaisers zurückzuführen, sich abzugrenzen von den Vorgängern. Dort befand sich auch das unter einem immensen Aufwand herbeigeschafften Grabmal Alexanders des Großen, fast schon ein Sakrileg in Niketas' Augen, war der doch Heide gewesen.

Jedenfalls kam der bewusste Tag und hatte sich die Hochzeitsgesellschaft in der Apostelkirche versammelt. Die Messfeier war bereits im Gange. Der Bräutigam, der Droungarios und Akrita Ioannes Doukas, stand vorne, während die Braut, die Apokomissa Sophia Phokaina, hereingeführt wurde. Wer die Rolle des Brautvaters übernahm, war dem Metropoliten aus dem Stegreif nicht bekannt. Wohl irgendein naher Verwandter, da der leibliche Vater nicht mehr lebte, soviel er wusste.

Als die beiden also nebeneinander standen, erhob der Metropolit seine Stimme und sprach: "Hochlöbliche Hochzeitsgesellschaft! Wir haben uns hier und heute an diesem heiligen Ort versammelt, um die Eheschließung zwischen Ioannes Doukas und Sophia Phokaina zu feiern und ihnen das Ehesakrament zu spenden. Daher schreiten wir zum gegenseitigen Eheversprechen der Brautleute. Ich frage dich, Ioannes Doukas, willst du die hier anwesende Sophia Phokaina vor Gott im heiligen Bund der Ehe zu deiner Ehefrau nehmen, so antworte mit: 'Ja, ich will.'" Er blickte zum Droungarios und harrte seiner Bestätigung.

Dies war natürlich obligatorisch, denn erst nach beiderseitigem Einverständnis konnten das Verlobungsritual und der Ringtausch vollzogen werden.

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Mittwoch, 15. Mai 2019, 21:47

Der Innenminister würde es aufgrund seiner Ermittlungen im Fall des Kleriker-Mörders nicht mehr rechtzeitig zur Kirche schaffen, sodass er einen Boten mit einer Nachricht und einigen Hochzeitsgeschenken schicken ließ.

Hahn aus purem Gold Fass Rotwein Figur aus italienischer Bronze




Bruder,

leider kann ich nicht persönlich anwesend sein bei dem freudigen Ereignis der Feier deiner Vermählung. Der Fall des Kleriker-Mörders beansprucht mich zurzeit über die Maßen. Ich werde Anastasios Fall mit der Ergreifung dieses Übeltäter vielleicht endlich aufklären können. Ich spüre, dass ich kurz vor einem Durchbruch stehe. Dennoch sende ich dir meine herzlichen Glückwünsche und die Geschenke, die mein Bote Dir mitgebracht haben sollte.

Dein Bruder
 

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Samstag, 18. Mai 2019, 17:13

Eine gefühlte Ewigkeit stand der Bräutigam nun da und war sich scheinbar unschlüssig, ob er die Phokaina wirklich zur Frau nehmen wollte.
Allmählich machte sich Gemurmel in der Kirche breit. Hatte es dem Heiratswilligen etwa die Sprache verschlagen?
Plötzlich gab es erste Zwischenrufe.



"Weitermachen! Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!"



"Ist er bei seiner eigenen Hochzeit eingenickt oder hat ihn der Schlag gerührt?

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Sonntag, 19. Mai 2019, 15:44

Nun war er da. Der grosse Tag der Hochzeit von Ioannes Doukas und Sophia Phokadai war angerückt. Die Apostelkirche hatte sich mit Leuten aus allen Gesellschaftsschichten gefüllt. Ioannes war überrascht, dass so viele Leute an seiner Hochzeit teilnehmen wollten. Er hatte eine eher kleinere Hochzeitsgesellschaft erwartet, aber naja dass war nun mal so. Sicher hatte sein Vater seine Beziehungen genutzt, Konstantinos war das durch aus zuzutrauen, wollte er doch allen die Pracht des Hauses Doukas vorführen.

Ausserdem war Ioannes vor wenigen Tagen vom Kriegsminister befördert worden. Fortan trug er den Titel eines Droungarios für seine Verdienste bei der Niederschlagung der Demonstration der Anhänger des Romanos Argyros. Für Ioannes war dies eine große Ehre, aber der Umstand dieser Demonstration ließ ihm keine Ruhe. Doch heute wollte er nicht über die Politik philosophieren, sondern Tag mit seiner Braut Sophia geniessen. Ioannes hatte sich dafür in seinen beste uns schönste Offiziersuniform gekleidet. Ausserdem gab es noch ein kleine Überraschung. Die zweihundert Männer die Ioannes am dem Tag der Demonstration kommandiert hatte, hatten sich vor der Kirche eingefunden um für Ihren Kommandanten Spalier zu stehen. Ioannes freute sich darüber.

Ioannes begab sich also in Die Kirche und ging vor den Altar, die Messfeier war schon in Gange, da wurde seine Braut Sophia von einem Verwandten zum Altar geleitet. Sophia hatte ein schönes Kleid angezogen. Ioannes lächelte sie an. Dann wandte sich der Metropolit an die Gemeinde und im Anschluss an Ioannes. Dieser sollte das gegenseitige Eheversprechen bestätigen. Ioannes dachte in diesem Moment über sein zukünftiges Leben nach, so antwortete er mit einer kleinen Verspätung. Ja ich will, antwortete Ioannes und schaute zu Sophia mit einem Lächeln.

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Sonntag, 19. Mai 2019, 19:48

Fast quälend lange harrte der Bräutigam mit seiner Antwort. Schließlich erlöste er alle Wartenden, indem er das Jawort gab. Andererseits musst ein solch eminent wichtiges Wort auch gut durchdacht sein. Der Metropolit blickte zu zur Braut und sprach zu dieser: "Willst du, Sophia Phokaina, dem hier anwesenden Ioannes Doukas vor Gott und allen Anwesenden das Eheversprechen geben und in den heiligen Bund der Ehe treten, so antworte auch du mit: 'Ja, ich will'." Erst danach nämlich konnte man die Ehe absegnen, bedurfte es doch der Zustimmung beider Ehepartner.

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Dienstag, 21. Mai 2019, 22:43

In ein wunderschönes weißes Kleid verpackt, dekoriert mit goldenem Schmuck und wie eine Prinzessin geschminkt, stand Sophia Phokaina nun vor dem Altar der Apostelkirche. Der Metropolit von Chalkedon persönlich führte die Liturgie und dieselbe ging bereits ihrem Höhepunkt entgegen. Die letzten Tage waren so schnell vergangen und nach wie vor kannte sie ihren Bräutigam nicht so gut, wie man sich dies für gewöhnlich erhoffte. Aber sie spürte eine große Zuneigung, ja Liebe zu ihm und er behandelte sie gut, zuvorkommend und gar wie eine – seine - Prinzessin.

Der Metropolit wandte sich schließlich an Ioannes und forderte ihn auf, vor Gott die Ehe mit Sophia durch ein Ja-Wort zu beschwören. In diesem Moment wurde es der Braut kurz schwindelig und der Moment, bis Ioannes sie mit seinem Ja-Wort erlöste, erschien ihr wie eine halbe Ewigkeit. Folgerichtig richtete sich der Metropolit Niketas Angelos nun an die Braut. Sophia reagierte schneller als Ioannes, allein schon ums es hinter sich zu bringen, und antwortete auf der Stelle, fast ein wenig zu schnell, mit „Ja, ich will.“

Nun senkte das junge Paar ihre Häupter vor dem Metropolit, dem auf zwei Kissen zwei Kronen dargeboten wurden. Er nahm die erste Krone, hielt sie so zu Ioannes hin, dass der die darauf befestigte kleine Ikone küssten konnte, und setzte sie ihm dann auf das Haupt. Dieselbe Prozedur erfolgte auch bei Sophia, bis sie schließlich beide mit Kronen auf den Häuptern vor dem Metropoliten standen. Dreimal sprach der Priester „Herr, unser Gott, kröne sie mit Herrlichkeit und Ehre!“ Ab diesem Momente waren sie vor Gott dem Herrn Mann und Frau. Sophia, der die Krone wieder abgenommen wurde, wandte sich an ihren nunmehrigen Ehemann und blickte ihn vor Freude strahlend und den Tränen nahe an.

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Dienstag, 21. Mai 2019, 23:13

Endlich waren die beiden notwendigen Jaworte gegeben. Wo der Bräutigam eine Ewigkeit brauchte, fiel die Braut dem Metropoliten dafür fast ins Wort. Man merkte den beiden ihre Aufregung deutlich an, was selbst den so gestrengen Niketas einen Moment verständnisvoll drein blicken ließ. Die traditionelle "Krönung" des Brautpaares setzte ein. Bevor die Ehe rechtsgültig würde, sprach der Angelos noch pro forma folgende Worte: "Wenn jemand der Anwesenden gegen diese Verbindung etwas einzuwenden hat, dann möge er jetzt sprechen oder für immer schweigen." Er blickte in die Gemeinde. Es schien nicht der Fall, wie zu erwarten, weswegen er gleich die Rechtskraft erklären würde. Einen Moment wartete er noch ab.

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Dienstag, 21. Mai 2019, 23:48

"Einen Augenblick!"

Meine Stimme hallte durch ansonsten stille Kirche und einige Gäste fuhren zusammen, als habe der Allmächtige persönlich interveniert. Ich hatte die Vorgänge schon länger verfolgt, zählte ich doch zu den wenigen Hochzeitsgästen auf Sophias Seite. Nicht einmal Bardas Phokas, der eigentlich hinter allem steckte hatte sich bequemt zu dieser arrangierten Ehe zu erscheinen.

Die ungläubigen Blicke der Hochzeitsgesellschaft, des Brautpaares und nicht zuletzt des Metropoliten waren auf mich fixiert, während ich in Richtung Altar humpelte; meine Verletzungen durch die Manglabitai waren noch allzu sichtbar.Bei Brautpaar und Priester angekommen wandte ich mich zunächst an meine Schwester.
"Sophia, du musst das nicht tun. Verkauf dich nicht für Bardas.", blickte ich sie ernst an, ihre Hände mit den meinen ergriffen.
Ich schluckte. Meine Schwester war einige der wenigen mir vertrauten Personen. Nun sollte sie mir genommen werden, indem Bardas sie nach meinem Verständnis gegen ihren freien Willen an diesen Doukas verhökerte. In meinem Kopf drehte sich alles um mein Verhältnis mit dem Familienoberhaupt der Phokadai. Gewiss hatte er die Vermählung einzig und allein arrangiert, um mich auch noch mit Sophia zu entfremden.
Die allgemeine Verwirrung der Situation ausnutzend sprach ich in den Kirchsaal gewandt:
"Die Hochzeit ist abgesagt, Leute. Geht nach Hause!"
Daraufhin schloss sich mein Griff um die rechte Hand der Sophia und ich war bereit sie zu befreien.
"Komm Sophia, wir gehen."

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Freitag, 24. Mai 2019, 20:39

Eigentlich war die Sache abgeschlossen. Sophia strahle förmlich und auch Ioannes war überglücklich. Eigentlich hätte man sich denke können, dass die Worte des Metropoliten nur noch eine Formalität gewesen wären. Leider kam es anders. Eine Stimme erhob Einwand der Bruder von Sophia. Er eilte an den Altar und beschwor sie das nicht zu tun. Ioannes blieb ruhig. Dann rief der Hochzeitsgesellschaft auf nach Hause zu gehen, die Hochzeit sei abgesagt. Und dann forderte Sophia auf mit ihm mitzugehen. Ioannes beobachtete das Spektakel. Sophia war hin und hergerissen und der Metropolit schaute mit einem missbilligendem Blick auf Ares. Und auch unter den Gästen bracht Tumult aus. Ares wurde angefeindet,was dieser Mann sich denn erlaube hörte man aus der Hochzeitsgesellschaft. Ioannes blieb weiterhin ruhig er wolle vermittelnd wirken, man wollte doch keinen Eskalation riskieren. Aber just in den Moment mischte sich sein Vater Konstantinos ein:




Du dreckiger Bastard wie kannst du es wagen die Ehre der Doukai zu beleidigen, schrie Konstantinos und zog sein Schwert und war drauf und dran auf Ares loszugehen: Komm hier her du ehrloser Wicht wenn schon mein Sohn nicht heiraten darf, dann wirst du wenigstens mein Schwert kennenlernen, sagte Konstantinos in einem aufbrausenden und bedrohlichen Ton. Doch Ioannes verhinderte schlimmeres und ging dazwischen. Bist du des Wahnsinns Vater? fragte Ioannes rhetorisch und zugleich empört: Lass mich los , ich werde diesem Bastard zeigen was es bedeutet unseren Namen zu beschmutzen, sagte Konstantinos und wollte seinen Sohn auf die Seite schieben. Doch Ioannes hielt stand, wie ein Fels in der Brandung: Du wirst gar nichs tun Vater, nicht am Tage meiner Hochzeit und nicht hier im Hause des Herrn, wies Ioannes seinen Vater zurecht. Konstantinos schäumte vor Wut: Du wagst es, dich mir zu widersetzen? Hast du vergessen was ich alles für dich getan habe, herrschte Konstantinos seinen Sohn an. Ioannes blieb ruhig: Ja das wage ich, herrschte Ioannes seinen Vater an: Es ist wahr du hast viel für ich getan. Aber jetzt tust du weder mir noch dir einen Gefallen Vater. Gewalt erzeugt nur Gegengewalt, dass solltest du wissen. Und dieser Kreislauf der Gewalt muss beendet werden, hier und heute. Du hast etwas aus mir gemacht Vater, aber nun will ich mein eigenes Leben leben. Ohne diesen Gewaltkreislauf, sagte Ioannes mit einem durchdringenden Blick: Und wenn du mich noch als Sohn haben willst, dann legt jetzt das Schwert weg Vater. Wer gedacht dass es soweit kommen würde. Vater und Sohn standen sich gegenüber. Ein paar Momente lang. Aber dann passierte etwas unvorhergesehenes. Konstantinos steckte sein Schwert wieder ein und zog sich wieder zurück. Ioannes hatte es geschafft. Er hatte Mut bewiesen, auch gegenüber seinem Vater. In der Zwischenzeit hatten sich einige Vigles in der Kriche eingefunden um für Ruhe zu sorgen. Es wurde wieder ruhig.

Ioannes blickte zu Sophia. Sie war sich unsicher wie sich entscheiden sollte. Ioannes verstand ihre Unsicherheit. Immerhin war es keine einfache Entscheidung. Ioannes Antwort war eindeutig. Ein Blick sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte. Und Ioannes schien wenn man sich seinen Blick anschaute zu sagen. Dass sich Sophia auf keinen Fall von Niemanden unter Druck setzen lassen sollte. Nicht von ihrem Bruder, nicht von Bardas, nicht mal von ihm, ihrem Zukünftigen. Ioannes deute auch an, egal welche Entscheidung du triffst ich werde diese unterstützen. Sophia sollte in aller Ruhe entscheiden dürfen ohne Druck obwohl dass, im Moment schwierig war.

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Samstag, 25. Mai 2019, 14:22

Was dann geschah, passierte in der Form eigentlich nur in Filmen, so meinte man zumindest. Denn es regte sich wirklich ein Einspruch aus der Gemeinde. Ungläubig starrte Niketas Angelos in die Richtung des Rufes. Es stellte sich heraus, dass es der Bruder der Braut war. Er forderte dieselbe auf, die Hochzeit im letzten Moment doch noch abzublasen. Anscheinend vermutete er dahinter eine Intrige des Oberhauptes seines eigenes Hauses, Bardas Phokas. Eine politisch motivierte Ehe war indes in diesen Kreisen alles andere als unüblich. Zunehmend verfinsterte sich die Miene des Metropoliten.

Aber es wurde noch ärger, weil sich der Vater des Bräutigams, Konstantinos Doukas, seinerseits Chef des Hauses, nun denkbar unelegant ausdrückte und die Situation endgültig eskalierte. Er beschimpfte den Einspruch Erhebenden als einen Bastard und zog gar sein Schwert. Nun wurde es dem Angelos aber wirklich zu bunt.

"Bei der heiligen Dreifaltigkeit: Vergisst kein Blut im Hause Gottes!", wies er den impulsiven Patriarchen der Doukai scharf zurecht. Dass der Oberhaupt einer der wichtigsten Familien des Reiches war, kümmerte den Metropoliten in diesem Moment herzlich wenig, war es doch ein Unding, hier das Schwert zu zücken. Die Ermahnung schien ihm Verbund mit der mäßigenden Reaktion des Bräutigams ihre Wirkung zu zeigen, gab Konstantinos Phokas, wenn auch widerwillig, klein bei. Skandalös war das Ganze trotzdem.

"Die Braut wird nirgendwo hingehen, junger Mann. Sie hat sich bereits für den Ehebund entschieden. Deswegen erkläre ich diese Eheschließung kraft meines Amtes für rechtsgültig, sowie sie mir ihren Wunsch abermals bestätigt." Nun richteten sich alle Augen auf Sophia Phokaina. Sie hatte es in der Hand.

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Sonntag, 26. Mai 2019, 17:49

Der Augenblick schien perfekt doch plötzlich hörte sie die Stimme ihres kleinen Bruders. Wie jeder in der Kirche hatte auch sie keinen Widerspruch gegen diese Eheschließung erwartet. Langsam drehte sie sich zum Bruder um, der ihre Hand ergriff. Während ihr Schwiegervater, Konstantinos Doukas, nun regelrecht explodierte und gar den Bruder der Schwiegertochter angreifen wollte, ging Ioannes dazwischen und verhinderte das Schlimmste. Es wäre ja ein doppeltes Sakrileg gewesen und auch der Metropolit wies darauf hin und rief gar die heilige Dreifaltigkeit an.

Sophia ergriff mit der anderen Hand jene des Ares und umschloss sie mit beiden Händen. „Es ist gut Ares. Ich möchte es so, es ist mein Wille“, erwiderte sie leise und mit der ihr eigenen Sanftmut. „Ich habe mein Versprechen bereits abgelegt. Nicht heute, sondern an dem Abend, als wir in den Stadtpalast der Doukai kamen.“ Sie lächelte. „Ich tue es gewiss nicht für Bardas. Sei beruhigt, Ares. Zwischen uns wird sich nichts ändern, mein lieber kleiner Bruder. Es ist Zeit für mich, eine eigene Familie zu gründen.“ Sie küsste ihn auf die Stirn und wandte sich dann ihrem Manne zu. Mit ihm würde sie diese Familie begründen. Beide schienen sie auf ihre Weise richtig gehandelt zu haben, Mann und Frau, beide hatten sie eine letzte Prüfung vor der Gültigsprechung des Metropoliten zu bestehen gehabt.

Endlich blickte Sophia ihrem Ehemann in die Augen und schon trafen sich ihre Lippen. Nach einigen Momenten noch verdutzten Schweigens (ob der vorhergehenden Szene) begann die Kirchengemeinde eine feierliche Schlusshymne anzustimmen. Als sich des Ehepaares Lippen voneinander lösten hakte sich Sophia bei Ioannes ein und ging an seiner Seite an der Spitze der sich bildenden Prozession nach draußen. Was nun folgte war ein großes Festmahl.

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Donnerstag, 30. Mai 2019, 00:30

So sehr Konstantinos Doukas auf mich losgehen wollte, so sehr vermochte er auch bei mir die Lust zu wecken, ihm eine Abreibung zu verpassen.
Leider kam es gar nicht erst dazu, stellte sich doch mein Schwager in spé ihm in den Weg und vermochte es tatsächlich ihn zu besänftigen. Mit Interesse verfolgte ich jedoch, dass Ioannes nicht im geringsten versuchte, mich davon abzubringen, Sophia hier und jetzt von ihm zu trennen. Verhielt sich so ein Ehemann, zumal gerade noch am Traualtar? Wollte er meine Schwester wirklich?
Das musste Sophia doch auch erkennen. Ich zumindest hatte keinen Zweifel mehr daran, dass der Doukas sie nur aus politischem Geschachere heraus ehelichen wollte. Siegessicher umklammerte meine Hand noch immer die meiner Schwester, daran konnte auch der Metropolit, der die Ehe für gültig erklärte nichts ändern. Ich war bereits drauf und dran, mit Sophia zusammen die Flucht zu ergreifen, als sie meine Hand mit den ihren umschloss.
Ungläubig vernahmen meine Ohren ihre Worte. Hatte sie denn gerade nicht bemerkt, dass der Doukas nicht einmal versucht hatte, mich aufzuhalten? Hatte sie in den Worten ihres Schwiegervaters nicht auch die gleiche Umtriebigkeit herausgehört, die auch Bardas Phokas an den Tag legte, wenn es um die Familienehre ging? Regungslos stand ich, da während Sophia mich auf die Stirn küsste und davon palaverte, sie würde ihre eigene Familie gründen. Es würde sich nichts zwischen uns ändern...
Noch ehe ich protestieren konnte, hing sie bereits an den Lippen meines nunmehrigen Schwagers. Getroffen verfolgte ich diese Szene und ich hätte schwören können zu spüren, wie in mir etwas zerbrach.
"Sophia..." stammelte ich, doch vergebens. Ohnmächtig blieb ich wie angewurzelt stehen und musste miterleben, wie meine Schwester mich einfach stehen ließ und mit Ioannes in ein neues Leben startete.
Nun war ich wahrlich verlassen.

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