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Rhomäisches Reich: Der armenische Kronprinz wird Thekla Lekapene Argyre ehelichen. Zeitweise fällt Schnee. Die durchschnittliche Temperatur beträgt 2 Grad.
Kirchenstaat: Der Papst hat Legaten nach Konstantinopel und Augsburg entsandt. Des Schelmenromans zweiter Teil "Neues vom Theodul" erweist sich als Verkaufsschlager.
Alemannien: Der Papstdarsteller Theodoulos Philanthropenos wurde in Augsburg durch ein Gottesurteil gefällt; seine Überreste anschließend verbrannt und im Lech verstreut.

[Arbeitszimmer des Basileus Zenon II.] Das achte Weltwunder

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Freitag, 11. Januar 2019, 21:00

Das achte Weltwunder

Zenon saß in seinem Arbeitszimmer. Zwar stand ihm seit seiner Ernennung zum Basileus ein neues im Privaten Trakt zu, fernab von den Amtszimmern der anderen Ministerien und Sekretäre, doch konnte Zenon sich nicht so recht von seinem bisherigen Büro trennen. Nach seiner Ernennung zum Kanzler, ein Amt, das er fortan in Personalunion mit dem des Kouropalates ausgeübt hatte, hatte er die Wand zum benachbarten Arbeitszimmer einreißen lassen und sich eine Arbeitsumgebung geschaffen, die an Prestige und vornehmen Prunk kaum zu überbieten war. Hier fühlte er sich wohl, hier arbeitete er gerne. Warum also aufgeben? Dass die Kanzlei quasi um die Ecke war störte ihn mitnichten, auch der Betrieb draußen auf dem Flur konnte er ausblenden. Nun, vielleicht würde er sich im Privaten Trakt ein neues Arbeitszimmer der Superlative einrichten lassen – irgendwann in nicht zu naher Zukunft.
Und genau in dieses Arbeitszimmer hatte er für diesen Vormittag den Mystikos bestellt. Zwar war Belisarios Arianites eigentlich der Privatsekretär des Kaisers, doch hatte er genau durch dieses Amt die besten Kontakte, die Zenon für seine Pläne brauchte. Romanos hielt sich in letzter Zeit ohnehin recht bedeckt und verließ seine Gemächer nur selten, sodass Belisarios durchaus Kapazitäten hatte, um dem Basileus zur Verfügung zu stehen. Sicher hätte Romanos nichts dagegen gehabt, hätte Zenon ihn gefragt.
Bei einem Glas ägyptischen Omar Khay­yams, einem edlen Rotwein aus dem fernen Süden, saß er auf einem bequemen Sessel und blickte in die knisternden Flammen des Kamins, der eine wohlige Wärme im Raum verbreitete. Draußen fielen dicke Schneeflocken vom Himmel, die die Häuser der Stadt bedeckten, auf der Straße jedoch nicht liegen blieben. Jetzt war der richtige Zeitpunkt, mit der Planung zu beginnen, damit man im Frühling, wenn der Schnee den ersten warmen Sonnenstrahlen weichen würde, zur Tat schreiten konnte.

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Freitag, 11. Januar 2019, 22:05

Belisarios widmete sich in den letzen Tagen der Philosophie. Die Schriften des gallo-romanischen Schriftstellers Ausonius über die Stadt Trier war das neuste Werk dass er gerade las. Doch neben der Lektüre widmete er sich den täglichen Aufgaben eines Privatsekretärs des Kaisers. Korrespondenz aus den Ministerien und aus den Provinzen, Bittgesuche an den Kaiser etc die musste fein säuberlich geordnet und bearbeitet werden. Denn der Kaiser wollte sich nur noch mit den wichtigsten Dingen beschäftigen. Belisarios sass also damit an einer Schaltstelle zur Macht. Aber der pflichtbewusste und gewissenhafte Beamte wollte dies nicht zum eigenen Vorteil nutzen, sondern um wichtige Reformvorhaben voranzutreiben. Auch diesen Reformvorschlägen arbeitete und verfeinerte sie. Der Byzantinische Staat brauchte eine Staatsreform, und zwar eine die das Reich in seinen Grundfesten konsolidierte.

Es war gegen elf Uhr als es an der Tür zu den Gemächern des Mystikos. Belisarios bat den Wartenenden herein. Ein Diener trat ein und teilte dem Mystikos mit dass ihn der Basileus Zenon II. sofort zum einem Gespräch erwartete. Belisarios erhob sich und nahm seine Unterlagen mit. Er wollte dem Basileus auch seine Reformvorhaben vortagen die er schon dem Kaiser vorgetragen hatte. Also machte sich Belisarios auf den Weg zum Arbeitszimmer des Basileus. Er überlegte sich aber auch was der Basileus wohl von ihm wollte. Irgendeinen Grund gab es schon. Während er sich dem Arbeitszimmer näherte sah Belisarios nach draußen und sah den Schnee der auf die Dächer der Häuser fiel. Belisarios faszinierte die weiße Schneedecke. Irgendwie hatte ihn der Schnee immer fasziniert. Er liebte den Schnee im Gegensatz zu anderen. Belisarios betrachtete den Schneefall noch ein wenig und machte dann auf zum Basileus. Als vor der Türe des Arbeitszimmers stand, klopft er an und trat ein nachdem die Türe von einem Diener geöffnet wurde. Belisarios trat ein und verneigte sich vor dem Basileus der in einem bequemen Sessel sass und sich vor dem Kamin aufwärmte. Belisarios verneigte sich und sprach dann: Eure Hoheit. Man hat mir mitgeteilt dass ihr mich sprechen wollt. Wie kann ich euch zu Diensten sein? fragte er Zenon respektvoll.

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Freitag, 11. Januar 2019, 23:03

Nahezu pünktlich erschien Belisarios im Arbeitszimmer des Basileus. Nahezu, weil Zenon einen Moment länger warten musste, als es ihm lieb war. Verstimmt war er deswegen jedoch nicht, schließlich hatte er es bei einem guten Glas Wein recht gemütlich vor dem Kamin. Als der Mystikos eintrat, verneigte er sich direkt und begrüßte seinen Gastgeber. Zenon erhob sich nicht, das hatte er als Basileus nicht nötig. Er rang sich jedoch zu einem freundlichen Nicken durch. „Mystikos, schön, dass Ihr nun endlich hier seid. Bitte, nehmt Platz.“ Er deutete auf den leeren Sessel neben ihm, der schräg dem Kamin zugewandt war, so wie der eigene auch. So konnte man sich zwar unterhalten, die Position der Stühle zum Kamin hin vermittelte dennoch eine recht intime und gemütliche Atmosphäre. Nun erhob sich Zenon doch, ging zu seinem Weinschrank und holte ein Glas aus teurem venezianischem Kristall heraus, welches er mit dem Rotwein füllte, den er auch selbst gerade trank. Das Glas reichte er dann dem Mystikos. „Einer der wertvollsten Weine, die ich besitze. Ägyptisch. Nicht viele dürfen den Wein hierzulande genießen, doch habe ich meine Kontakte, Ihr versteht.“ Zenon rang sich zu einem süffisanten Grinsen durch. Als einstiger Chefdiplomat hatte er natürlich auf der ganzen Welt Kontakte und man kannte seinen Namen. Zu Ägypten hatte er jedoch eine besondere Beziehung. Hierher war während des Bürgerkriegs seine Gattin Theophano geflohen und hatte die Zwillinge zur Welt gebracht. Zenon stand für den Rest seines Lebens in der Schuld des Walis.

„Euer Aufstieg zieht einige Aufmerksamkeit auf Euch, Mystikos“, eröffnete Zenon das eigentliche Gespräch nun, nachdem er sich in seinen Sessel hatte fallen lassen. „Ein einfacher Bürger in der großen Stadt, plötzlich Privatsekretär des Kaisers.“ Es lag durchaus ein wenig Bewunderung in diesen Worten, gelang dies doch den wenigsten Menschen. Die meisten höheren Hofbeamten waren aufgrund ihres Namens hier, nicht aufgrund ihrer Arbeit. Das Ringen um Macht und Einfluss spornte die Familien an, dem Reich möglichst gut zu dienen und dem Kaiser aufzufallen, weswegen sie ihre Sprösslinge entsendeten. So war es damals auch Zenon ergangen. Bereits in jungen Jahren war er mit Romanos befreundet gewesen und hatte schließlich die ihm vorbestimmte Laufbahn eines Diplomaten eingeschlagen, von denen es in der Familiengeschichte der Zaridai zahllose gab. Im Gegensatz zu Belisarios entstammte Zenon einem alten adeligen Geschlecht, das viele Diplomaten und Kaufleute hervorgebracht hatte und es im Laufe der Jahrhunderte zu einer der reichsten und einflussreichsten Familien des Kontinents gebracht hatte. Anders als beispielsweise die Doukai oder Phokadai spielten die Zaridai allerdings eine nicht ganz so offensichtliche Rolle auf der Bühne der Welt und zogen die Stränge eher aus dem Hintergrund. „Wie Ihr wisst, sprecht Ihr mit einem Basileus, dem natürlich die Anrede einer Majestät zusteht. Eurer niederen Herkunft geschuldet will ich es Euch verzeihen, dass Euch dieser Faux-Pas passiert ist und gehe davon aus, dass dies nicht wieder geschehen wird.“ Zenons Tonfall klang jovial und bedrohlich zugleich, er unterstrich das Gesagte jedoch mit einem kurzen Lächeln.

„Sicher fragt Ihr Euch, weswegen ich nach Euch habe schicken lassen. Nun, die Sache ist einfach. Ihr seid ein belesener Mann und kennt Euch in der Verwaltung bestens aus.“ Er erhob sich und ging einige Schritte im Arbeitszimmer auf und ab, ehe er vor einer kleinen Statuette stehen blieb, ein Modell, das ein geradezu allbekanntes Gebäude zeigte. Nahezu liebevoll strich Zenon über das aus Bronze gearbeitete Kunststück. „Was wisst Ihr über den Pharos von Alexandria, Belisarios?“

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Samstag, 12. Januar 2019, 18:36

Belisaros galt eigentlich als sehr pflichtbewusste Mann. Pünktlichkeit war ein muss. Aber das konnte auch schon mal den pflichtbewusstesten Menschen passieren dass er sich für etwas faszinierte oder von einer anderen Sache abgelenkt wurde. Aber das war selten der Fall, den als Privatsekretär des Kaisers war er in Nahezu allen Sachen bestens unterrichtet. Dass musste man auch angesichts der vielen Bittgesuche, der Korrespondenz und weiteren Aufgaben. Die Höflinge machten sich über Belisarios immer noch lustig. Sie bezeichneten ihn als "Germanen" oder "Teutonen. Der findigste Spitzname den sich diese überheblichen Höflinge hatten einfallen lassen war aber "Belisarios von Nursia" angelehnt an den Hl. Benedikt den " Pater Europae" den Vater Europas und wohl prägendsten Geistlichen der Antike und des frühen Mittelalters. Das Motto des Hl. Benedikt war "ora et labora" bete und arbeite. Belisarios war anders als die Höflinge. Er lebte bescheiden. Er war kein Mann des Luxus, natürlich gab es ab zu ein wenige Vergnügen zum Zeitvertreib und zur Entspannung, aber ansonsten konnte er das Motto " ora et labora" für sich persönlich unterschreiben. Es war nicht seine Aufgabe verschwenderisch zu sein, sondern seinen Dienst für Kaiser und Reich oder besser gesagt für Kaiser und Vaterland" Pro Imperator et Patria".

In den Gemächern des Basileus war es eindeutig wärmer als in den Gängen des Verwaltungstraktes in denen sich die Ministerien befanden. Der Basileus erhob sich nicht aber er nickte freundlich und bat Belisarios einen Sitzplatz an. Belisarios erhob sich und nahm Platz auf dem Sessel. Die Wärme des Karmins war wohltuend und tatsächlich war die Stimmung hier entspannter als in den kalten Korridoren des Verwaltungstraktes.Dann erhob sich der Basileus ging zum Weinschrank und holte ein Glasaus feinstem venezianischen Kristall hervor und füllte es Wein. Dann gab er es Belisarios: Ich danke Euch, sprach Belisarios und nippte ein wenig an dem köstlichen Wein: Natürlich Ich verstehe, sprach Belisarios als der Basileus seine Kontakte in Ägypten erwähnte. Belisarios lächelte. Immerhin war Zenon bis zu seiner Ernennung zum Basileus. Als Reichskanzler und Reichsaussenminister der oberste Diplomat des Reiches. Die grosse Verbundenheit mit Ägypten war aber noch etwas anderes, wie Belisarios flüchtig erfahren hatte. Theophano die Frau des Basileus und Schwester des Kaisers war nach Ägypten geflohen und hatte dort ihre Kinder geboren. Für ihren Schutz hatte der Wali von Ägypten gesorgt der als treuer Verbündeter des Byzantinisches Reiches galt.

Dann liess sich Zenon auf seinen Sessel fallen und eröffnete das Gespräch mit einem überraschenden Einstieg. Der Basileus meinte der Aufstieg des Mystikos ziehe einige Aufmerksamkeit auf ihn. Ein einfacher Bürger der plötzlich zum Privatsekretär des Kaiser aufstieg. Naja Belisarios hätte sich dass auch nicht unbedingt vorstellen können. Eigentlich wollte er ja Diplomat werden und nach seinem Studium der Philospohie hätte er sich auch vorstellen als Dozent zu arbeiten. Aber es kam anders und nun war er hier: Es war auch für mich ein Zufall. Wenn ich ehrlich bin ich wäre gerne in den diplomatischen Dienst des Reichs eingetreten, meinte Belisarios. Dann kam der Basileus noch auf etwas ganz anderes zu sprechen. Die Anrede. Der Titel des Basileus war mit der Anrede Majestät verknüpft. Belisarios entschuldigte sich kurz: Natürlich verzeiht mir eure Majestät.


Dann klärte Zenon den Mystikos über sein Anliegen auf. Als erstes folgte ein Kompliment. Belisarios sein belesener Mann der sich in der Verwaltung bestens auskannte meinte Zenon. Der bescheidene Technokrat antwortete freundlich: Nun ich danke Euch für das Kompliment. Ich tue nur meine Pflicht für Kaiser und Reich, sprach Belisarios. Dann erhob sich der Basileus und ging einige Schritte bis er vor einem des Pharos von Alexandria. Zenon fragte Belisarios was er über den Pharos wisse: Dass er in Alexandria steht, scherzte Belisarios: Nun die Insel Pharos liegt ja vor der Ägyptischen Küste und ist etwa 13 - 14 Knoten westlichen des kanopischen Nilarmes. Wenn man der Odyssee des Homer glauben schenkt, landete der griechische König und Troja-Gegner Menelaos auf der Insel gelandet sein die damals noch keinen Namen trug. Daraufhin fragte er einen Mann wie die Insel hieß und wer dessen Besitzer war. Der Ägypter antwortete ihm auf alt ägyptisch mit Pera'a was Pharao bedeutet. Menelaos verstand aber nur Pharos was zu griechisch ja Tuch oder Segel bedeutet. So erhielt die Insel laut der Legende ihren Namen. Naja es gab ja vor der Errichtung Alexandrias durch Alexandros den Grossen im Jahre 331 v. Chr. es noch eine alte Ägyptische Siedlung gab die natürliche Bucht als Hafen nutze. Tja später wurde Insel durch den Bau des Heptastadiondamm mit dem Festland verbunden zum Schutz der Häfen von Alexandria. Naja der Turm wurde östlich Insel Pharos gebaut bei der grossen Hafeneinfahrtda es dort mehrere Riffe gibt Und der Pharos steht ja bei einem Riff zwischen den beiden Hauptpassagen. Gebaut wurde der Turm Sostratos von Knidos dessen Vater schon den Damm errichtet hat. Gebaut wurde er unter der Herrschaft von Ptolemaios. I Soter fertiggestellt wurde 282 v. Chr unter seinem Ptolemaios II Soter. Die Krönung des Turmes ist eine Statue die hoch in Himmel reicht. Es handelt sich dabei um eine Poseidonstatue. Andere Quellen berichten allerdings davon dass sich um Zeus den Göttervater handelt. Weil Zeus über Herakles Stammvater der Ptolemaier ist. Die Lichtquelle ist bei Tage ein von Archimedes entwickelter Metallhohlspiegel bei Tage und bei Nacht Öl und Pechfeuer. Er hat eine Gesamthöhe von 3000 Ägyptischen Ellen und ist das dritthöchste Bauwerk der Welt. Und natrülich gehört auch zu den sieben Weltwundern. Da die Babylonische Mauer zerfallen war. Nun ja der Turm wurde angeblich im Jahr 365 n. Chr von einem schwerem Seebeben getroffen dass sich vor Kreta ereignet hat beschädigt. Andere Angaben beziehen sich auf das Jahr 769. Die abschließende Götterstatue sei Mitte oder Ende des 4. Jahrhunderts entfernt worden, da unter Kaiser Theodosios da dieser das Christentum zur Staatsreligion erhob und alle anderen heidnischen Kulte verbot. Spätestens als Die Araber Ägypten eroberten stand die Statue nicht mehr. Dass weich ich eure Majestät, sprach Belisarios.

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Montag, 14. Januar 2019, 18:29

Der Mystikos nahm Zenons Tadel hin und entschuldigte sich artig, so wie der Basileus es erwartet hatte. Der Fehler würde Belisarios fortan nicht mehr passieren (dürfen). Er berichtete nun, zur Überraschung des Basileus, dass er viel lieber eine diplomatische Laufbahn eingeschlagen hätte. Zenon lachte. "Nun, ich denke, hier zeigt sich ganz offen, warum es nützlich ist, ein starkes Haus hinter sich zu haben. Ein vielsagender Name öffnet Tür und Tor und kann durchaus karrierefördernd sein. Eine Annehmlichkeit, auf die Ihr offensichtlich schmerzlich verzichten müsst. Welch ein Paradebeispiel." Hieße Belisarios nämlich eben nicht Arianites sondern Doukas, Phokas oder gar Zarides, wären seine Wünsche hinsichtlich seiner Karriere wohl viel eher auf offene Ohren gestoßen. "Wenn man, so wie Ihr, nicht über den nötigen Hintergrund verfügt, so gibt es nur eines, was Euch weiterhelfen kann: Kontakte. Nur, wer die richtigen Leute kennt, kann es zu etwas bringen." Ein vorzügliches System, das Grünschnäbel und Taugenichtse von Beginn an aussortierte. Wer niemand war, sollte auch nicht beachtet werden. "Nun, mein lieber Mystikos, glücklicherweise habe ich einen ganz guten Draht zur Reichskanzlei", fuhr er dann fort und grinste erneut, "so bin ich also gewillt, ein gutes Wort für Euch einzulegen, wenn Ihr Euren Auftrag zu meiner Zufriedenheit erfüllt. Die Diplomatie erfordert findiges Fingerspitzengefühl, Intelligenz und vieles mehr. Nur den Besten der Besten ist es vergönnt, sich um den Kanzler zu scharen und das Reich nach außen hin zu vertreten." Welch glücklicher Zufall, dass sich hier gerade ein zusätzlicher Ansporn für Belisarios auftat. "Ich werde Euch also an Euren Taten messen lassen. Ist dies nicht auch ein Anliegen, dass Ihr bereits dem Autokrator vorgetragen habt?" Welch wunderbare Gelegenheit, die These des Bürgerlichen zu überprüfen.

Der Mystikos schien deutlich mehr über den Pharos zu wissen, als Zenon es erwartet hätte. Die meisten wussten wohl, dass es ein Leuchtturm war, der vor Alexandreia lag und der höchste seiner Art auf der ganzen Welt war. Noch.
"Bravo, Mystikos. Ihr scheint bestens im Bilde zu sein. Darf man erfahren, woher Ihr Euer Wissen nehmt? Leuchttürme anderer Länder und Kulturen gehören ja wohl kaum zum alltäglichen Studium eines Doktors der Philosophie." Belarios war derart ins Detail gegangen, dass es doch schon recht ungewöhnlich erschien. Zenon interessierte nun, woher dieses Interesse für das Bauwerk kam. "Wie jedes Kind weiß, ist das Römische Reich ein Reich der Superlativen. Die größte Armee, die stolzesten Soldaten, den mächtigsten Kaiser, die schönsten Frauen", sagte Zenon mit einem Augenzwinkern. "Nun steht der Pharos vor Alexandreia und die Ägypter rühmen sich mit dem größten Turm dieser Art, den die Menschheit je kannte - dabei haben sie ihn nicht einmal gebaut... zumindest nicht die Ägypter, die heute dort leben. Nun frage ich Euch, mein Lieber, haltet Ihr das für gerechtfertigt?" Zenon stand noch immer und blickte nun zum Mystikos; die Antwort auf seine Frage konnte und durfte nur eine einzige sein. "Wir werden also dafür sorgen, dass wir Rhomäer auch in dieser Hinsicht die Ägypter vom Spitzenplatz vertreiben und einen Pharos errichten, der alles bisher gewesene in den Schatten stellt." Zenons Augen leuchteten. Der Gedanke an einen gigantischen Turm, der den Schiffen schon von weitem den Weg zur herrlichsten Stadt der Welt leuchtete, machte ihn ganz aufgeregt.
"Und hier kommt Ihr ins Spiel. Als Privatsekretär seiner Majestät kennt Ihr die besten Baumeister im Reich, habt Unterlagen über Ressourcen, Vorräte, Arbeitskraft etc." Der Basileus schritt zurück zum Kamin und setzte sich in seinen Sessel. "Zu allererst jedoch muss ein geeigneter Platz auserkoren werden. Am besten wird es sein, eine künstliche Insel anzulegen, ganz dem Beispiel der antiken Ägypter folgend. Der Boden des Bosporus ist jedoch tückisch, weswegen sich die besten Köpfe des Reiches zusammensetzen müssen, Baumeister, Statisten, wer auch immer. Ihr werdet Euch hierum kümmern, Pläne ausarbeiten und Berechnungen anstellen lassen und mir die entsprechenden Unterlagen dann zur Durchsicht überreichen." Zenon setzte sich auf und legte dem Mystikos eine Hand auf dessen Knie. "Seid Ihr bereit, Geschichte zu schreiben?"